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Celle Stadt Grünes Licht für größere Biogasanlagen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Grünes Licht für größere Biogasanlagen
19:01 29.11.2010
Von Oliver Gatz
Celle Stadt

Ganz wohl fühlten sich die Mitglieder des Bauausschusses nicht, als sie in der jüngsten Sitzung für die Erweiterungen der Biogasanlagen in Groß Hehlen und am Teilkamp in Bostel votierten. „Uns muss klar sein, was wir hier tun“, warnte Hans-Herbert Encke (FDP) vor einer zunehmenden „Vermaisung“ landwirtschaftlicher Flächen. „Und jetzt setzen wir an mehreren Stellen noch eins drauf.“

„Uns allen ist das ziemlich klar“, entgegnete Georgia Langhans (Grüne). „Mir ist aber eine Erweiterung zehnmal lieber als eine weitere Anlage. Trotzdem bleiben unsere starken Bedenken.“ Auch Langhans warnte vor einem Verlust der biologischen Vielfalt bei einer unkontrollierten Zunahme von Biogasanlagen. Um drohenden Wildwuchs einzudämmen, plant die Stadt derzeit die Ausweisung von Vorrangflächen für Biogasanlagen. „In dieser Intensität und Dynamik kann das nicht so weitergehen. Da muss es zu Regelungen kommen“, forderte Michael Bischoff (CDU). Joachim Schulze (SPD) gab zu bedenken, dass auch die Belange der Landwirte berücksichtigt werden sollten. Ihnen müsste die Option eingeräumt werden, sich mit den Biogasanlagen ein zweites Standbein zu schaffen.

Trotz großer Bedenken empfahl der Ausschuss einstimmig, grünes Licht für die beiden Projekte zu geben. Am Teilkamp zwischen Bostel und dem Golfplatz soll die Leistung der dortigen Biogasanlage von 500 Kilowatt auf 1000 Kilowatt verdoppelt werden. Dazu sollen die bestehenden drei Behälter durch zwei weitere ergänzt werden. Geplant sind zudem eine Lagerhalle und ein Regenrückhaltebecken. Die gesamte Anlage soll mit einem Pflanzenstreifen eingegrünt werden. Das Plangebiet hat eine Größe von rund 3,4 Hektar. Durch die Vergrößerung der Anlage handelt es sich nicht mehr um ein privilegiertes Bauvorhaben im Außenbereich, sondern um eine gewerbliche Anlage. Dafür sind ein vorhabenbezogener Bebauungsplan und die Änderung des Flächennutzungsplanes erforderlich. Mit der Erweiterung strebt der Betreiber ein Versorgungskonzept an, das die Weiterleitung des zusätzlich produzierten Gases an ein weiteres, externes Blockheizkraftwerk vorsieht. Dadurch können Strom und Wärme direkt beim Verbraucher erzeugt werden. Der Standort steht allerdings noch nicht fest, da die Pläne für ein Golfhotel derzeit auf Eis liegen.

In Groß Hehlen soll ein Blockheizkraftwerk am Standort des Orchideenzentrums Wichmann errichtet werden. Die Pläne sehen vor, den Betrieb und die Gewächshäuser verstärkt mit Wärme und Strom zu versorgen. Parallel soll die Leistung der Biogasanlage Heinhof von 500 Kilowatt auf 1100 Kilowatt ausgebaut werden. Damit ist sie ebenfalls eine gewerbliche Anlage. Ziel ist es, dass sich Wichmann künftig vollständig mit erneuerbarer Energie versorgen kann. Dazu muss der vorhabenbezogene Bebauungsplan geändert und erneut öffentlich ausgelegt werden.