Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Güterverkehr ohne neue Trasse durch Celle?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Güterverkehr ohne neue Trasse durch Celle?
22:04 24.11.2014
Seit dem Wochenende stehen rund 500 Kreuze an den Stellen im Landkreis, an denen die mögliche Trasse verlaufen soll. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Dabei gibt es aus Sicht der drei CDU-Abgeordneten Henning Otte, Ernst-Ingolf Angermann und Thomas Adasch ein Alternativkonzept, das ohne solche Trassenneubauten auskommt. Dazu ist es aus Sicht der Politiker nötig, dass der Verkehr frühzeitig von den Seehäfen in Richtung der südlichen Zielorte abgeleitet wird.

Sowohl die Nord-Südstrecke Hamburg-Hannover als auch der Ostkorridor über die sogenannte Amerikalinie Uelzen-Stendal sollen laut dem Vorschlag für die Güter genutzt werden. „Somit könnte der Südverkehr in Richtung München über Halle/Saale, Hof und Regensburg abfließen. Der Engpass Hannover/Lehrte würde so umfahren werden", heißt es in dem Papier.

Die Nutzung der jetzigen Amerikalinie zwischen Langwedel und Uelzen ermögliche zudem die Anbindung der westlichen Seehäfen wie Bremerhaven und Wilhelmshaven.

Der Verkehr zwischen Hamburg und der Rhein-Ruhrschiene wäre aus Sicht der Abgeordneten besser westlich der Autobahn A 7 zu organisieren. Teilstrecken würden sich bereits im vordringlichen Bedarf des Bundeswegeplanes befinden und hätten damit einen gesicherten Planungsstand. „Ab Minden besteht ohnehin bereits eine vierspurige Trasse, die ausreichend Reservekapazitäten besitzt", heißt es in dem Papier.

Die Abgeordneten verweisen mit ihrem Vorschlag auf eine Verkehrsprognose des Bundesverkehrsministerium für 2030, die von einem Anwachsen des Schienengüterverkehrs um rund 43 Prozent ausgeht. Der Zuwachs finde im besonderen Maße im Hafenhinterland-Verkehr statt.

Neubaustrecken seien bei einer Lösung aber grundsätzlich abzulehnen, da sie mit unverhältnismäßig hohem Aufwand verbunden sein und weitere Belastungen in der Fläche schaffen würden.

Des Weiteren wären bei Neuplanungen jeweils zeitaufwendige Raumordnungsverfahren erforderlich und es käme zu deutlich höheren Kosten als bei einer Optimierung im Bestand. „Die Schaffung von technischen Voraussetzungen nach neuestem Stand ist im aktuellen Kostenplan für die Neubaustrecken offensichtlich noch nicht berücksichtigt und daher sind diese bisher zu 'günstig gerechnet', heißt es in dem Papier.

Es bestünde bei einem Trassenneubau zudem die Gefahr einer Abkopplung der Städte Lüneburg, Uelzen und Celle vom Personen-Fernverkehr. „Wir fordern die Deutsche Bahn auf, nachfolgendes Gesamtkonzept zu prüfen und als alternative Variante zur Bewältigung des Güterverkehrs in Norddeutschland unter Schonung natürlicher Ressourcen aufzunehmen", sagt Henning Otte.

Tore Harmening

Von Tore Harmening