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Celle Stadt Gutachten bestätigt WBG in seinem Kurs
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Gutachten bestätigt WBG in seinem Kurs
17:38 17.02.2012
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Diese gegenläufigen Entwicklungen im Griff zu behalten, stellt nur eine der Schwierigkeiten dar, mit der sich die WBG auseinander setzen muss. Um die Problematik angemessen angehen zu können, hat die Geschäftsführung ein Gutachten in Auftrag gegeben. Das jetzt vorliegende Ergebnis sieht WBG-Geschäftsführer Siegfried Hildebrandt als Bestätigung des Kurses, den die Wohnungsbaugesellschaft in den vergangenen Jahren eingeschlagen hat.

„Wohnungsmarktprognose Celle 2025“ lautet der Titel der Analyse, die die Gewos, Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung aus Hamburg ausgearbeitet hat. Auf 45 Seiten beschäftigen sich die Experten mit den Celler Gegebenheiten. Bevölkerungs- und Haushaltsprognosen, wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Entwicklung des Wohnungsbestandes sind nur einige Stichwörter, die in dem Werk abgearbeitet wurden. Am Ende folgen Handlungsempfehlungen.

Wohungsneubau, so die Gewos, sei vor dem Hintergrund einer schrumpfenden Bevölkerung nun in einem beschränkten Maß möglich. Großflächige Neubauareale seien nicht mehr zeitgemäß. „Der Geschosswohnungsbau ist auf zentrale Stadtgebiete zu begrenzen“, urteilen die Wohnungsmarktexperten.

Stattdessen komme der Bestandspflege eine wachsende Bedeutung zu. Zukünftig werde es darauf ankommen, den Wohnungsbestand im Rahmen des wirtschaftlich Machbaren zu modernisieren. „Bei einer schlechten energetischen Beschaffenheit und nicht mehr nachfragegerechter Wohnungsausstattungen werden insbesondere in guten Lagen der Abriss und der anschließende Wohnungsneubau eine wirtschaftliche Alternative zur Sanierung der Bestände darstellen“, befindet die Gewos.

Weiterer Schwerpunkt stellt der barrierearme Umbau der Wohnungen dar. „Für die Wohnungswirtschaft in Celle bedeutet dies, den barrierearmen Umbau von Wohnungen für ältere Mieter weiterhin im Fokus zu haben.

„Die Wohnungsmarktprognose ist für uns eine Bestätigung. Die Zustandsbeschreibungen und die Handlungsempfehlungen decken sich mit dem, was wir bei der WBG schon seit Jahren auf den Weg gebracht haben“, meinte WBG-Geschäftsführer Hildebrandt, der die Verantwortung für etwa 1900 Wohneinheiten trägt. Leerstandsquote: zwischen 1,3 bis 1,4 Prozent.

So habe die WBG einiges unternommen, um sich auf die Veränderungen einzustellen. „Wir passen die Grundrisse an, die Bäder werden schicker, im Erdgeschoss werden die Wohnungen an der Rückseite mit barrierefreien Zugängen ausgestattet“, zählt Hildebrandt eine ganze Reihe an Maßnahmen auf. Insgesamt 1,8 Millionen Euro gibt die städtische Wohnungsbaugesellschaft jährlich für die Modernisierung ihres Bestandes aus, dazu kommen noch einmal 1,4 Millionen Euro für die Instandhaltung. Abrisse seien die letzte Option. „Es findet ein Verdrängungswettbewerb statt. Die privaten Besitzer investieren oft nicht so viel in ihre Wohnungen“, fürchtet Hildebrandt erst einmal nicht, auf leeren Wohnblöcken sitzen zu bleiben.