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Celle Stadt HBG-Schüler überzeugen mit Komödie
Celle Aus der Stadt Celle Stadt HBG-Schüler überzeugen mit Komödie
15:09 04.12.2011
Mit Schwung, schauspielerischem Kˆnnen und deutlicher Begeisterung gestalteten die HBG-Sch¸ler Goldonis Komˆdie "Il Campiello" Foto: Hartmut Jakubowsky Quelle: Hartmut Jakubowsky
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Im Dunklen sieht die offene Bühne im Forum des Hermann-Billung-Gymnasiums noch recht nichtssagend aus. Aber was sagt das schon. Als die Scheinwerfer angehen, werden in der Fantasie der Zuschauer aus den einfachen Stellwänden sehr schnell Häuser und Balkone, Fenster und Türen, Erker und Portale. Willkommen in Venedig. Auf dem Campiello, einem kleinen Platz mit einem Wirtshaus, stehen ein paar armselige Häuser mit ebenso armseligen Bewohnern. Da sind die alleinerziehenden Mütter wie die Rheuma geplagte Orsola (Svenja Schuster) und die altjüngferliche Pasqua (Veronika Rohr), die zahnlose Catte (Lea Rabe) und die edle Gasparina (Sophie Wittekind). Sie alle sind zwar nicht mehr im knackigsten Alter, aber durchaus noch mit eigenen Ambitionen behaftet und mit Töchtern, die sie möglichst rentabel unter die Haube bringen wollen. Ein asthmatischer Wirt (Jonathan Dietrich), der durch Joggen Heilung findet, ein putziger Onkel, der sein Herz an das Liebesleben von Miesmuscheln verloren hat (Friedrich Lüdje) und – last not least - ein noch nicht einmal frühreifer Knabe (Jonny Nilson), der mit der ebenso unbedarften Gnese (Lena Brückner) unbedingt anbändeln möchte, vervollständigen die eigenartige Nachbarschaft. Die schöne Lucietta (Lena Rieger) ist da schon besser dran. Sie hat mit Anzoletto (Thilo Schwarz) ihren Zukünftigen gefunden. Sie alle streiten und lieben sich, sie zanken und verbrüdern sich und merken dabei gar nicht, dass sich der fein gekleidete, aber ortsfremde Cavaliere (Leon Mikußies) mit diversen Eheringen nur einen Jux machen will. Sehr zum Spaß der amüsierten Zuschauer.

Mit der Komödie „Il Campiello“. von Peter Turrini nach Carlo Goldoni hat Studienrätin Dagmar Böhm, Leiterin der Theater-AG, ein Stück herausgesucht, das mit geschickten Kürzungen für die Möglichkeiten einer Schulbühne gut spielbar bleibt, zumal sich die Schüler über die normalen Proben hinaus in einem dreitägigen Workshop in Göttingen intensiv für ihren Auftritt fit gemacht haben. Ein Unterfangen, das sich rundherum gelohnt hat. Der Humor ist ohne Übertreibung fein gezeichnet, niemand „fällt aus der Rolle“ und jeder Charakter hat unverwechselbar individuelle Züge. Das Timing stimmt und auch sprachlich bleiben keine Wünsche offen. Eine mehr als nur respektable Leistung aller Mitwirkenden und begeisterter Beifall am Schluss.

„Il Campiello“ gibt es noch am morgigen Dienstag um 19.30 Uhr und am Sonntag, 11. Dezember, um 16.30 Uhr. Dann mit der Geldübergabe des Spendenerlöses für Celler Bürger in Not.

Von Hartmut Jakubowsky