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Celle Stadt Haack soll CDU-Fraktion verlassen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Haack soll CDU-Fraktion verlassen
17:46 31.08.2010
Von Michael Ende
Wulf Haack Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Mit ebenso spitzfindigen wie durchsichtigen Anträgen versucht CDU-Ratsherr Wulf Haack den Bau des Gedo-Centers zu verhindern. Im Rat hat er mit diesem Alleingang für Furore gesorgt – ebenso wie in seiner eigenen Partei, gegen die er sich öffentlich gestellt hat. „Mit deutlicher Verärgerung“ reagiere darauf der Celler CDU-Stadtverband, sagt der Vorsitzende Thomas Adasch. Er hält die Toleranzgrenze für die Parteibasis für überschritten und legt Haack nahe, der CDU den Rücken zu kehren: „Wer sich nicht mehr als Mannschaftsspieler begreift, sondern sich als selbstbezogener Einzelgänger darstellt und ausdiskutierte Fraktionsbeschlüsse negiert beziehungsweise torpediert, sollte konsequenterweise die Fraktion verlassen anstatt die vielen engagierten Kollegen und damit die gesamte Partei durch seine Eskapaden in einen Abwärtssog zu drängen.“

„Ständiges Störfeuer“: Zu demokratischem Verhalten gehöre auch das „Akzeptieren von Mehrheitsentscheidungen“, so Adasch: „Wer dazu nicht bereit ist und eigenwillige Alleingänge bevorzugt, muss sich fragen, wie er zur Arbeit der Fraktion und den Fraktionskollegen steht. Das ständige Störfeuer eines einzelnen verfälscht das öffentliche Bild der guten Fraktionsarbeit. Ich weiß, dass die Mehrheit der Fraktionsmitglieder geschlossen hinter ihrem Vorsitzenden Heiko Gevers steht.“

Gevers seinerseits weiß, dass er in Haack einen Gegenspieler mit einem Hang zur „Melodramatik“ in den eigenen Reihen hat. Haacks jüngsten Auftritt im Stadtrat hatte nicht nur er, sondern auch Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) als „unredlich“ und „nicht sachbezogen“ empfunden. Haack habe die Meinungsfreiheit bis zum Äußersten strapaziert: „Innerhalb der Fraktion werden Themen durchaus kontrovers diskutiert – davon lebt Demokratie. Aber was Herr Haack tut, geht zu weit: Er stellt nicht nur Anträge, die gegen die Interessen seiner eigenen Fraktion gerichtet sind, sondern er versucht auch noch, die Bevölkerung gegen uns zu mobilisieren. Die Fraktion wendet sich eindeutig dagegen, dass sich ein Mitglied so klar und demonstrativ von ihr distanziert“, so Gevers.

Oppositionsrolle denkbar: Ob die Fraktion Schritte gegen Haack einleiten wird, lässt Gevers offen. Dass Haack von sich aus die Reihen der CDU verlassen könnte, hält er für „eher unwahrscheinlich“. Dafür empfinde Haack viel zu großen Gefallen an seiner Rolle. Klar ist auch, dass der CDU-FDP-Gruppe ohne Haack die Mehrheit im Stadtrat fehlen würde – beim Gedanken daran bleibt Gevers ruhig: „Wir könnten uns auch vorstellen, in die Opposition zu gehen. Aus der Opposition heraus könnte ein Neuanfang leichter fallen.“ Stichwort Neuanfang: Wird Haack 2011 noch einmal für die CDU in den Stadtrat einziehen? Gevers: „Die Partei wird mit allen Mitteln versuchen, zu verhindern, dass Herr Haack die CDU weiter diskreditiert.“

Unbequem: Haack selbst zeigt sich wenig beeindruckt von der harschen Kritik. Auf Adaschs Forderung zum Austritt aus der Fraktion geht er nicht ein. Stattdessen besteht Haack in einer Stellungnahme darauf, dass er sich seine eigene Meinung und das Recht sie zu vertreten nicht nehmen lassen werde – auch wenn er damit eine Einzelmeinung vertrete. Außerdem habe er seit Jahren immer wieder betont, dass er „nicht immer ein ganz bequemer“ Bürgervertreter sei: „Und daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern“, so Haack.