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Celle Stadt Haben Sirenen im Kreis Celle bald ausgeheult?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Haben Sirenen im Kreis Celle bald ausgeheult?
17:20 27.05.2014
Lange Zeit waren die Sirenen wie hier in Offen Teil des Dorfbildes. Doch bald könnten die Silhouetten von den Dächern in Bergen verschwinden. Quelle: Tore Harmening
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Gut 100.000 Sirenen soll es einmal in Deutschland zur Zeit des Kalten Krieges gegeben haben. Jedes Kind bekam die Bedeutung der Töne (siehe Kasten) erklärt. „Doch heute würden wohl die meisten die Signale nicht mehr kennen”, sagt Kreisrat Michael Cordioli.Denn als der Kalte Krieg vorbei war, wurden auch die Sirenen aus Kostengründen nicht mehr so intensiv unterhalten wie früher. Lediglich die Feuerwehren nutzen die Einrichtungen noch, um ihre Kameraden im Brandfall zu informieren. Im Landkreis Celle stellt sich jetzt die Frage, ob das noch länger nötig ist, denn alle Sirenen müssen bald auf die digitale Alarmierung umgestellt werden und viele Feuerwehrleute haben inzwischen Funkmeldeempfänger, mit denen sie immer zu erreichen sind. „Letztlich ist das eine Sache der Gemeinden”, sagt Cordioli.Und die gehen sehr unterschiedlich mit dem Thema um. So gibt es in Bergen konkrete Überlegungen, die erste Sirene in Sülze abzubauen. Dort steht das Gerät derzeit auf einem Privathaus und die Besitzer möchten sie nicht mehr haben. Die Umsetzung würde nach Schätzungen bis zu 5000 Euro kosten. „Wir würden die restlichen Feuerwehrkameraden mit dem Funkmeldeempfängern ausstatten und könnten dann so alarmieren”, sagt Bergens Ordnungsamtsleiter Frank Heins. Dafür würden zwar auch rund 3000 Euro benötigt, aber das wäre dann zumindest noch ein bisschen günstiger.In Winsen und der Samtgemeinde Lachendorf will man die Sirenen hingegen erhalten, obwohl die Umrüstung auf digitale Technik zwischen 10.000 und 15.000 Euro beziehungsweise sogar 20.000 Euro kostet. „Bei uns kommen die Sirenen ein- bis zweimal im Monat zum Einsatz”, sagt Winsens Hauptamtsleiter Dirk Burghardi. Für Lachendorfs Samtgemeindebürgermeister Jörg Warncke ist die Frage Umrüstung oder Funkmeldeempfänger schlicht eine, die über die Kosten entschieden wird. „Wir haben über 400 Feuerwehrleute. Da sind die Kosten für die neuen Funkmeldeempfänger und auch der Folgebedarf sehr hoch”, so Warncke. Zudem wisse man nicht, was in der Zukunft einmal wieder nötig werde.Für Celles Kreisbrandmeister Dirk Heindorff ist die Sache klar. Man kann die Sirenen vernachlässigen, sobald alle Kameraden einen Meldeempfänger haben – aber auch nicht einen Moment früher. Im ersten Halbjahr dieses Jahres will der Kreis dazu noch Gespräche mit dem Katastrophenschutz führen.Tore Harmening

Von Tore Harmening