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Celle Stadt Haesler-Museum wird modernisiert
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Haesler-Museum wird modernisiert
10:43 23.11.2018
Die Küche des Haesler Museums im Blumläger Feld ist Bauhaus pur und das noch in einem Arbeiterhaushalt. Quelle: Marcus Jacobs
Celle

Otto Haeslers Interesse für einen menschenwürdigen Wohnungsbau sowie das Baugewerbe wurden durch schlechte Wohnerfahrungen in seiner Kindheit und Jugend geweckt. Von 1898 bis 1903 besuchte er die Baugewerksschulen in Augsburg und Würzburg. Als Haesler 1906 den Architekturwettbewerb für den Um- und Erweiterungsbau des Kaufhauses Freidberg in Celle gewann, zog er nach Celle und eröffnete hier ein Architekturbüro.

Haesler hinterließ in Celle und Umgebung bis 1933 an vielen Stellen seine Spuren. Indem er die Bedürfnisse der zukünftigen Bewohner oder Nutzer in den Mittelpunkt seiner Planung stellte, revolutionierte er in den 20er Jahren den Wohnungs- und den Schulbau. In Celle errichtete er die ersten Siedlungen im Stil des Neuen Bauens.

Stiftung betreibt seit 2001 Haesler Museum

Im Jahr 1999 hat der Rat der Stadt Celle die Otto Haesler Stiftung gegründet. Zweck der Stiftung ist es, das künstlerische und wissenschaftliche Lebenswerk Otto Haeslers ideell zu betreuen und zu pflegen. Die Stiftung betreibt seit 2001 das Haesler Museum im ehemaligen Wasch-, Bade- und Heizhaus der Siedlung Blumläger Feld am Galgenberg 13. Darüber hinaus werden Führungen zu allen Haesler-Bauten in Celle organisiert und durchgeführt. Im Museum gibt es neben einer umfangreichen Fotoausstellung noch viele Originalteile zu sehen, wie beispielsweise die alten Waschtröge von 1930 oder alte Schilder, die den Betrieb im ehemaligen Wasch- und Badehaus regelten. Die Stiftung kooperiert mit der haesler-initiative, die ebenfalls in Celle ansässig ist.

Rundweg mit QWR-Codes wird demnächst installiert

In Bezug auf das Bauhaus-Jubiläum im nächsten Jahr hat sich die Stiftung viel vorgenommen. „Wir versuchen das Bauhaus-Jahr zu nutzen, um Otto Haesler bekannter zu machen“, macht der Vorsitzende Ulrich Kinder deutlich. „Und zwar nicht nur für die Touristen, sondern auch für die Celler selbst“, ergänzt der ehrenamtliche Geschäftsführer der Stiftung, Rudolf Becker. „Deshalb haben wir zum Bauhaus-Jubiläum einen neuen Rundweg entwickelt, der demnächst installiert wird.“ Die hohen Stelen sind gut sichtbar und verfügen neben lesbaren Fakten auch über einen QR-Code, so dass man mit dem eigenen Handy noch weitere Infos abrufen kann. Der Rundweg eignet sich für geführte Touren zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Segway oder ganz bequem mit Müllers City-Express, genauso wie für die individuelle Nutzung oder durch Schulen.

Umfassende Modernisierung steht in den nächsten Monaten an

Da das Museum am Galgenberg inzwischen in die Jahre gekommen ist, steht hier in den nächsten Monaten eine umfassende Modernisierung an. Im Laufe der Jahre sind viele Exponate hinzugekommen, die noch nicht entsprechend aufgearbeitet und in die Sammlung integriert sind. „Außerdem möchten wir in Zukunft die sozialen Hintergründe vermehrt in den Fokus stellen, da sie die Motivation Otto Haeslers für die Entwicklung des modernen Bauens waren“, macht Rufdolf Becker deutlich.

Lebendiger Alltag der 1930er bis 1950er Jahre

Aber auch der Alltag in den Siedlungen soll noch lebendiger dargestellt werden: Wo waren die Knackpunkte, wenn so viele Familien auf engem Raum zusammenlebten? Was hat den Zusammenhalt gestärkt? Welche Baumängel haben genervt? Wurden alle Wohnungen über die Fernwärmeleitung gut beheizt? Welchen Beruf hat der Ehemann ausgeführt? Haben die Frau und die Kinder durch Heimarbeit etwas dazuverdient? Welche Möglichkeiten der Heimarbeit gab es Anfang der 30er Jahre überhaupt in Celle? „Während meiner vielen Führungen im Museum in den vergangenen Jahren habe ich immer wieder erfahren, dass neben der Architektur Haeslers diese Aspekte für die Besucher von großem Interesse sind“, resümiert Rudolf Becker.

Hinweise auf andere Haesler-Siedlungen

Zudem wird es im Museum zukünftig Hinweise auf weitere Siedlungen außerhalb von Celle geben. Nach dem Erfolg mit der Siedlung Georgsgarten in Celle arbeitete Haesler an mehreren Siedlungsprojekten des Neuen Stils in ganz Deutschland.

Fördermittel des Ministeriums eingeworben

Es ist der Otto Haesler Stiftung gelungen, für die Umgestaltung und die Erneuerung des Museums Fördermittel zu erhalten. Der größte Betrag entstammt dem Förderprogramm für kleine Kultureinrichtungen des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur. Darüber hinaus beteiligt sich auch das Bomann-Museum an der Umgestaltung des Haesler Museums. Die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (WBG) als Eigentümerin der Siedlung im Blumläger Feld führt eine Fassadensanierung am ehemaligen Wasch-, Bade- und Heizhaus durch und wird in den Innenräumen einige Reparaturen durchführen. Das Museum schließt jetzt im November und wird spätestens Anfang des zweiten Quartals 2019 wieder eröffnet.

Von Petra Senftleben

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