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Celle Stadt "Haltegriffe" für mehr Zivilcourage in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Haltegriffe" für mehr Zivilcourage in Celle
18:51 20.03.2017
Celle Stadt

„Die Bereitschaft nimmt etwas ab“, sagt der Polizist, „daher wollen wir das Thema Zivilcourage wieder auf den Plan bringen.“ Zusammen mit der Bundespolizei Bremen und dem Weissen Ring Celle wird die Polizeiinspektion am heutigen Dienstag von 15.30 bis 18.30 Uhr auf dem Celler Bahnhof einfache Regeln für mehr Sicherheit geben.

„Zivilcourage ist der Beginn der Opferhilfe“, betont Anne Wycisk vom Weißen Ring. „Mit den Bürgern ins Gespräch kommen“ sei das Hauptziel der teilnehmenden Institutionen. Denn oft gebe es seitens der Bevölkerung immer noch Berührungsängste. „Viele trauen sich nicht, die 110 zu wählen“, sagt der Celler Polizist Karsten Wiechmann. Ohne die Anrufe habe die Polizei keine Chance, zu helfen. Riebandt erläutert weiter: „Ihr wollt, dass euch geholfen wird, dann müsst ihr auch helfen.“

Im Gepäck hat die Polizei kleine Hilfsmittel, die eine große Wirkung entfalten sollen. Wer Zeuge einer Straftat wird, kann auf der „Zeugenkarte“ sofort Notizen zu den aufgeführten Punkten wie „Körperform“ oder „Ereignisort“ machen. Einfache Stichpunkte, die jedoch schnell aus dem Gedächtnis verschwinden – gerade in panischen Situationen. Gleiches gilt, wenn man Opfer eines Taschendiebes wird. Wenn die Geldbörse gestohlen wurde, warten viele Betroffene zu lange damit, ihre Geldkarten zu sperren. Auf einem Kärtchen, nicht größer als eine Scheckkarte, hat die Polizei die wichtigsten Telefonnummern gesammelt. „Die Konten sofort sperren lassen“, insistiert Detlef Moors von der Bundespolizei. Die Betrüger würden den Pin ausspähen und sofort das Tageslimit am Automaten abheben.

Als sicheren „Haltegriff“ beschreibt Wiechmann die kleinen Kärtchen. „Man steht nicht hilflos davor, sondern hat was in der Hand.“ Das beruhige nicht nur das eigene Empfinden, sondern trage auch zu besseren Zeugenaussagen bei. „Wir leben von den Hinweisen“, sagt Riebandt. Letztendlich würde die Polizei damit auch eine bessere Arbeit leisten, resümiert Wiechmann.

Die gemeinsame Veranstaltung findet im Rahmen des Tages der Kriminalitätsopfer statt. Der Aktionstag erinnert daran, dass Opfer von Gewalt und Kriminalität auf Schutz und praktische Hilfe angewiesen sind.