Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Hamburger Prigge tritt für Freie Wähler an
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Hamburger Prigge tritt für Freie Wähler an
21:14 10.09.2017
Von Simon Ziegler
Für Klaus Prigge muss Politik für die Bürger wieder nachvollziehbar werden. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Klaus Prigge ist in Hamburg-Harburg geboren, er sitzt heute für die Freien Wähler im Gemeinderat Seevetal und im Ortsrat Hittfeld vor den Toren Hamburgs. Dass er in Celle antritt, kam eher zufällig zustande. Der Ahnsbecker Bürgermeister Ulrich Kaiser sollte bei der Bundestagswahl antreten, doch er zog seine Kandidatur überraschend zurück, wegen vieler Aufgaben in seiner Gemeinde, wie er sagte.

Prigge wurde Ende Juli nominiert. Er versucht gar nicht erst, sich als Kenner des Celler Lands zu präsentieren. Zwar hatte er mal beruflich in seinem heutigen Wahlkreis zu tun, doch echte lokale Kenntnis von den politischen Verhältnissen oder den hiesigen Unternehmen bringt er nicht mit. Dennoch freue er sich, in Celle anzutreten. „Ich versuche mich einzuarbeiten“, sagt er zurückhaltend. Prigge plant unter anderem einen Infostand in der Innenstadt, um „mich ein bisschen publik zu machen“.

Er ist 60 Jahre alt, Vater zweier Kinder und Beamter im Ruhestand. Typ zurückhaltend, freundlich. Prigge hat 40 Jahre bei der Deutschen Telekom gearbeitet, als Sachbearbeiter in der Abnahme und Instandsetzung des Kabelnetzes. Politisch will er mit drei Themen punkten: Transparenz, Energie und Kritik am Euro-Rettungsschirm.

„Politik muss für die Bürger wieder nachvollziehbar werden. Es muss mehr Bürgerbeteiligung möglich sein. Ich will mich für Volksbegehren und Volksinitiativen einsetzen“, sagt er. So müsse die Wahl des Bundespräsidenten durch eine Direktwahl erfolgen. In der Energiepolitik spricht sich der Seevetaler für eine dezentrale Versorgung aus. Das Strom- und Gasnetz müsse zurück in die öffentliche Hand, fordert Prigge. Auch das komplexe Thema der Eurorettung will er im Wahlkampf ansprechen. „Die Stabilität unserer gemeinsamen Währung ist durch die gewagte Rettungsschirmpolitik der Bundesregierung gefährdet. Kein Staat soll für die Schulden eines anderen Staates aufkommen. Es geht um unsere Steuergelder und unsere Ersparnisse.“

Er sei nicht konservativ, sagt Prigge, er sehe sich in der Mitte des politischen Spektrums. Forsche Wahlkampftöne sind von ihm eher nicht zu erwarten. „Ich will ausgleichen, nicht polarisieren.“