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Celle Stadt Hannover-Tarif für Celle wieder verschoben
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Hannover-Tarif für Celle wieder verschoben
07:59 06.02.2015
Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Diese Bombe ließ die Verwaltung gestern im Verkehrsausschuss des Landkreises platzen und sorgte damit für Erstaunen und nachhaltige Verärgerung bei den Kreispolitikern. Gerade erst schien alles unter Dach und Fach. Der Kreis hatte sich verpflichtet, 417.000 Euro zu zahlen, damit Celle Tagestickets sowie Eschede und Unterlüß sowohl Tagestickets als auch Zeitkarten, also Wochen- oder Monatstickets, bekommen. Das Land hatte zudem zugesagt, die Zeitkarteneinführung in Eschede und Unterlüß mit 100.000 Euro zu unterstützen.

Genau bei dieser Förderung soll jetzt das Problem liegen. „Durch die 100.000 Euro Förderung vom Land sind die Verfahren entkoppelt worden”, erläuterte Sascha von Hörsten vom Landkreis Celle. Zudem ergänzte Kreisrat Bernd Niebuhr, dass es ein Schreiben der Region gegeben habe, in dem mitgeteilt wurde, dass es nur dann die Einführung eines GVH-Tarifes geben könne, wenn auch die anderen Landkreise eine Förderung erhalten. Andere Kreise seien erstaunt über die Förderung nur für Celle gewesen.

Doch diese Aussagen vermitteln offenbar nicht das vollständige Bild. Nach Informationen der CZ aus der Landesebene hätte der Landkreis Celle die Region Hannover über die Entkoppelung dieser Verfahren unterrichten müssen. Das aber ist unterblieben. Deshalb dürfte den Kreis Celle eine Mitschuld der erneuten Verzögerung im Zeitkartenbereich treffen. Kreisrat Bernd Niebuhr wies diese Darstellung aber zurück. Es sei immer um zwei Verfahren gegangen und die Region habe das auch gewusst, sagte er im Nachgang zu der Sitzung.

Maximilian Schmidt (SPD) war im Ausschuss zudem überrascht über die Aussage, dass Kommunen neidisch auf die Förderung in Celle sind: „Andere Landkreise haben längst das Zeitkartensegment. Diese Förderung ist nur dazu da, uns erst mal auf deren Niveau zu heben.” Er war „äußerst empört, dass die Einführung jetzt wieder verschoben werden muss.” Der Ausschussvorsitzende Torsten Harms (CDU) fühlte sich „verklappst. Als wir der Fördersumme im Haushalt zugestimmt haben, sind wir alle davon ausgegangen, dass die Verträge unter Dach und Fach sind”, so Harms.

Aus seiner Sicht müsse das Heft des Handelns der Verwaltung genommen werden und die Politik wieder das Ruder übernehmen.

Das Ziel der Kreisverwaltung ist es jetzt, die Zeitkarten bis 1.1.2016 einzuführen und die Tagestickets dann „so schnell wie möglich” – also später. Doch angesichts der Schwierigkeiten, die es offenbar gibt, stellt sich die Frage, ob dieser Termin für die Zeitkarten überhaupt zu halten ist. Auch bei den Kosten ließen zwei Aussagen durch von Hörsten aufhorchen. Erstens: „Metronom will die Zahlen noch einmal überprüfen”, und zweitens: „Die Unternehmen wollen auf keinen Fall einen Euro zu viel bezahlen.” Das könnte bedeuten, dass dem Landkreis weitere Zahlungen über die 417.000 Euro hinaus drohen. Von Hörsten wies diese Spekulation mit dem Hinweis zurück, dass die Grundlage der Zahlungen das Nahverkehrsgutachten sei. Allerdings stellt sich die Frage, ob sich ein privatwirtschaftliches Unternehmen an so ein Gutachten halten muss.

Von Tore Harmening