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Celle Stadt Hans-Peter Biendarra aus Celle will mit dem Motorrad in den Himalaya
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Hans-Peter Biendarra aus Celle will mit dem Motorrad in den Himalaya
17:04 17.01.2014
Von Jürgen Poestges
Hans-Peter Biendarra freut sich auf die Motorrad-Tour. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Hans-Peter Biendarra weiß, was ihn erwartet. „Wir werden sicher bis an die Grenzen der Belastbarkeit gehen müssen“, sagt er. Er sieht das realistisch. „Wenn Du mit dem Motorrad in 5600 Meter Höhe unterwegs bist, dann fordert das Mensch und Technik. Dennoch freut er sich auf sein Abenteuer. Am 29. Juli will er gemeinsam mit neun anderen Motorradfahrern einen Pass im Himalaya überqueren. Karakorum heißt das Bergmassiv. „Es ist die größte Ansammlung von 8000ern auf der ganzen Welt, unter anderem der K2“, weiß der Celler, der seit Jahren ein Motorradgeschäft betreibt. „Ich glaube, dass ich mit einer Maschine umgehen kann.“

15 Tage und 14 Nächte über die Pässe des Massivs. „Im vergangenen Jahr hat es eine Gruppe einmal versucht. Allerdings hat die Truppe auf halber Strecke aufgegeben. Da ging es nicht mehr.“ Ob es dieses Mal klappt, weiß er natürlich nicht. „Ich mache da auf jeden Fall mit, um die komplette Tour zu fahren. Aber ich bin auch Manns genug, aufzuhören, wenn ich für mich entscheide, es geht nicht mehr“, sagt Biendarra.

Vom indischen Neu Dehli aus geht es nach Leh, einer Stadt am Fuß des Karakorum-Massivs. Unter den Pässen, die überfahren werden sollen, sind die beiden weltweit höchsten Straßen, die mit einem Motorrad noch zu befahren sind, über 5600 Meter hoch. Zumeist hält man sich im Grenzgebiet zwischen China, Pakistan und Afghanistan auf. Es ist die Region des historischen Tibet, das heute zum großen Teil unter chinesischer Veraltung steht.

Danach warten dann steinige Straßen und so gut wie kein Baum oder Strauch mehr auf die Gruppe. Gefahren wird auf indischen Maschinen, Royal Enfield „Bullett“ mit 500ccm, die am Startort auf die Fahrer warten. „Wir können vielleicht 30 Kilometer pro Stunde auf diesen Eselspfaden fahren, viel mehr ist aber auf diesen Straßen nicht möglich.“

Organisiert wird die Tour von einer Motorradbekleidungs-Firma. „Man konnte sich bewerben, ein Teilnehmer wurde von einer Zeitschrift ausgelost.“ Wichtig sei auf jeden Fall die Vorbereitung. „Ich laufe jeden Woche meine 80 bis 100 Kilometer, dazu bin ich in ärztlicher Betreuung, erhalte die entsprechenden Impfungen.“

Für Sicherheit ist gesorgt. Zwei Ärzte gehören zum Team. Ein Begleitfahrzeug hat Sauerstoff, Wasser und Verpflegung an Bord. „Drei Fahrer waren im vergangenen Jahr dabei. Sie haben erzählt, dass man von den atemberaubenden Panoramen nichts mitbekommt, weil man konzentriert fahren muss. Und abends ist man fertig, allein schon wegen der dünnen Luft.“

Den Reiz der Tour mache auch aus, dass man eben nie wisse, was einen auf der Strecke erwarte. „Schnee, Geröll, Wasser – alles kann verhindern, dass wir reibungslos durchkommen.“ Wie lange der Treck also wirklich unterwegs sein wird, ist alles andere als klar.

Dennoch ist Hans-Peter Biendarra sehr gespannt. „Das wird auf jeden Fall das größte Abenteuer meines Lebens. Egal, wie weit wir am Ende kommen werden.“