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Celle Stadt Hansjörg Albrecht zu Gast an der Stadtkirchenorgel
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Hansjörg Albrecht zu Gast an der Stadtkirchenorgel
10:47 17.08.2018
Quelle: Christine Schneider
Celle Stadt

Vor allem aber ist er ein eigener musikalischer Kopf. „Wissen sie, meine Ansichten über Musik und mein Umgang mit Musik ist immer auch auf Widerstand gestoßen. Aber irgendwann habe ich gemerkt, dass ich mich dabei durchaus wohl fühle und auf dem richtigen Weg bin. Seitdem empfinde ich in meinem Musizieren eine große Freiheit. Und diese genieße ich sehr.“ So bringt es der Organist auf den Punkt.

„Ich werde manchmal wie Richter in einer romantischen Tradition gesehen. Das ist auch grundsätzlich nicht falsch, aber es verkürzt zu stark. Für mich steht einfach das ganze Musizieren, egal ob als Dirigent oder als Organist, unter der Prämisse des Ausdrucks. Und wenn ich Orgel spiele, so denke ich vom Orchester her. Und vom Fließen des Gesangs als natürlichster Form des Melodischen. Darum möchte ich auch nicht, dass künstliche Zäsuren den weiten Atem der Musik unterbrechen. Und deshalb registriere ich an der Orgel auch so, dass sich möglichst weite Melodiebögen nachvollziehen lassen. Da darf man gar nicht bemerken, wenn in einem Moment des Lauterwerdens ein Register, also eine zusätzliche Pfeifenreihe dazu genommen wird. Das macht das Orgelspielen zwar zu einer sehr aufwändigen Sache, denn ich brauche stundenlang vorab zum Registrieren. Aber ich will ja das Optimale aus der Orgel und das Musik herausholen. Und nach dem Konzert bin ich dann auch richtig ausgelaugt. Aber das macht nichts.“ Und dabei klingt er so als ob er sich auf diesem Moment jedes Mal freuen würde. Wer Albrecht schon öfter gehört hat, dem wird dessen Lust am Ausschöpfen des musikalischen Kosmos wohl auch in Erinnerung geblieben sein.

Albrechts Musizieren ist weniger geprägt durch das Analytische vieler heutiger Interpreten, aber noch weniger durch das Kleinteilige vieler Alte-Musik-Exegeten. Er lässt zwar durchaus manchmal aufgeraut musizieren wie in der Alten-Musik-Szene, aber Albrecht geht es dabei darum, dezidiert in die Abgründe der Musik eintauchen. Und bei ihm ist dieses Musizieren immer eingebunden in eine Grundhaltung ausdrucksbestimmten Musikmachens.

Albrecht macht schon seit vielen Jahren etwas, was seit geraumer Zeit von einigen seiner Kollegen, die das Konzertieren auf eher populistische Weise betreiben, auf die Spitze getrieben wird: Er verfasst und spielt Bearbeitungen von Orchestermusik oder von Musik für andere Instrumente. In Anbetracht seiner musikalischen Überzeugungen ist das nur konsequent. Das Spektrum reicht da von Vivaldis berühmten „Vier Jahreszeiten“ bis hin zu Orgelfassungen von sinfonischen Werken oder Opern. Eine besonders interessante Variante sind dabei die Bearbeitungen von Bachschen Werken, die nicht für Orgel gedacht waren, aber genuin dafür geeignet scheinen. Vorwiegend solche werden im Celler Konzert an der Stadtkirchenorgel am heutigen Samstag um 18 Uhr zu erleben sein. Zum Beispiel die berühmte bachsche Violin-Chaconne. Und zum Abschluss gibt es dann Bachs Originalorgelwerk „Passacaglia und Fuge in c-moll“ in einer Registrierung, die der wellenartigen Steigerungen von Bachs Musik zurecht zu werden versucht.

Von Reinald Hanke

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