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Celle Stadt "Happy Birthday - Du Lusche“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Happy Birthday - Du Lusche“
15:41 11.02.2012
Ausbilder Schmidt gewohnt bissig in der CD-Kaserne am Freitag Abend: Keine Angst, der will nur spielen! Quelle: Timo Kastern
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CELLE. Lang, lang ist es her, das man des Nächtens beim Zappen im WDR hängenblieb und in einem komischen Waschsalon eine ganz neue Generation der „Witze-Erzähler“ bestaunen konnte. Auch der komische Mann im Kampfanzug gab zu dieser Zeit bei Knacki Deusers „Nightwash“ zusammen mit Kollegen wie Mario Barth seinen Einstand. Seid nunmehr zehn Jahren ist der „Ausbilder Schmidt“ nun schon mit seinem Programm der Bundeswehr-Comedy unterwegs und kam nun zum wiederholten Male nach Celle und in die CD-Kaserne - und stellte gleich mal klar, was man an diesem Abend zu erwarten hatte: O-Ton Schmidt: „Endlich wieder ein deutscher Soldat in einer englischen Kaserne!"

Schmidt polarisiert. Beim Ausbilder geht es erfrischend „politisch-unkorrekt“ zu, ein bisschen so, wie wenn man sich auf dem Schulhof früher die neuesten Blondinenwitze erzählte. O-Ton Schmidt: „Was ist eine Blondine zwischen zwei Ausbildern? Nicht die Dümmste!“

Dabei bedient sich Schmidt gerne aller gängigen Klischees der Truppe: Vom harten Soldaten und verweichlichten Rekruten handeln seine Sketche, wie man aus, langhaarigen Studenten willige Umzugshelfer macht, den Nachbarn unverhofft zu einer spontanen Geburtstagsfeier des Ausbilders verhilft ("die Tür hatte kein fronttaugliches Schloss“) und natürlich immer wieder von seinem geliebtem Panzer: „Ich war mit meinem Panzer beim TÜV, der hat mich gefragt, wie alt er denn sei. Ich habe geantwortet: das weis ich nicht, aber er war schon zweimal in Frankreich!“

Das Publikum hatte seine rechte Freude mit dem Ausbilder und war schlichtweg begeistert. Der Ausbilder begab sich immer wieder von der Bühne zwischen die Reihen seiner Fans um sich, anders als einige seiner Kollegen, „volksnah“ zu zeigen, was ihn sehr sympathisch machte. Natürlich muss man diesen Humor mögen, immer wieder gibt es derbe Seitenhiebe in alle politischen Lager und Nationen, jedoch spürte auch das Publikum immer: Der tut nichts, der will nur spielen.

Insgesamt ein erstaunlich lustiger Abend, könnte man doch meinen, dass sich Ausbilder Schmidt schon „totgelaufen“ hätte. Aber „Totgesagte“ leben ja bekanntlich länger.

Von Timo Kastern