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Celle Stadt Harmonisch und mit russischer Seele
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Harmonisch und mit russischer Seele
22:06 08.04.2018
Vor neun Jahren gastierte Geigerin Tanja Erofejew in einem Orchester in Celle. Jetzt kam sie mit ihrerSchwester Anna für ein Klavier- und Violinen-Konzert in Celles Evangelisch-reformierter Kirche zurück. Quelle: David Borghoff
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Als Mit-Gastgeberin übernahm die Vorsitzende der Deutsch-Russischen Gesellschaft, Evgenia Panteleeva-Stammen die Moderation. Die Zuhörer erfuhren auch einiges zum Werdegang der beiden Mädchen aus Karelien. Ganz zart – romantisch – der Einstieg des Duos: Der zweite Teil aus Beethovens 6. Sonate entfaltete durch das perfekte Zusammenspiel, diese gefühlte Harmonie der Einsätze, eine besondere Leichtigkeit. Mit der Sonate Nr. 3 (Teil 1 und 2) von Brahms zeigten die beiden im Kontrast weit mehr Temperament. Ein Anklang flotter Zigeunerweisen, eine gute Prise Dramatik – die Klavier- und Geigenparts griffen wie selbstverständlich ineinander und dokumentierten ein gutes Verständnis für musikalische Färbungen zwischen Übermut und Melancholie.

Noch einen Kick mehr verlangte die Mazurka des finnischen Komponisten Sibelius, die insbesondere der Geigerin eine enorme Fingerfertigkeit mit all den schnellen Läufen und Trillern abverlangte. Die Schwellen im Übergang zwischen Übermut und Schwermut dieser spätromantischen Komposition mit ersten modernen Zügen meisterten Tanja und Anna Erofejew einfach souverän.

Ganz in ihrem Element zeigten sich die beiden Musikerinnen in den sechs rumänischen Volkstänzen von Bartok. Einmal bedächtig, dann wieder ausgelassen entfaltete sich eine musikmalerische Illustration vor dem inneren Auge des Zuhörers – Vogelgezwitscher, ländliche Idylle und Lebenslust, eingeflochten in traditionelle Volksmelodiefolgen. Eine solche Verflechtung auch zwischen Klavier und Geige gelang den beiden Konservatoriums-Absolventinnen beinahe lässig – scheinbar ohne Mühe und Konzentration – gerade in den Stücken der russischen Komponisten, ein Beweis von Intuition und langjähriger gemeinsamer Erfahrung.

Eine Krönung die virtuose Darbietung gegen Ende: Brahms' Ungarischer Tanz Nr. 5. Da konnten Anna und Tanja noch einmal ihr ganzes Potenzial unter Beweis stellen – und das war beachtlich. Als Bonbon für die deutschen Konzertbesucher hatte die beiden noch den Strauß-Walzer „An der schönen blauen Donau“ im Programm – technisch perfekt, nur der „Wiener Schmelz“ hat ein bisserl gefehlt – wie das „italienische Schmachten“ in der Zugabe von „O sole mio“. Das ist wohl etwas fremd für die „russische Seele“, die dafür umso überzeugender in die anderen Werke hineingelegt worden war.

Von Doris Hennies

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