Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Kritik an üppiger Investition
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Kritik an üppiger Investition
17:25 02.01.2019
Von Gunther Meinrenken
Koch Maik Böhling am Herd in Thaers Wirtshaus. Die Stadt will dieses Jahr 570.000 Euro in die Congress Union investieren, unter anderem in die Modernisierung der Küche des Gasthauses. Quelle: Oliver Knoblich
Celle

Wenn in einem Restaurant der Herd defekt ist oder die Kühlschränke nicht mehr richtig funktionieren, muss der Gastwirt selbst tief in die Tasche greifen, um die Geräte reparieren zu lassen oder gegen Neue zu ersetzen. In einer wesentlich komfortableren Situation befindet sich da die Congress Union mit dem angeschlossenen "Thaers Wirtshaus", die von der Althoff-Gruppe (Fürstenhof) gemanagt wird. Hier springt das Neue Rathaus als Investor ein und das sogar in recht üppigem Umfang. 570.000 Euro lässt es sich die Stadt kosten, um die Küche des "Thaers" zu modernisieren und zu erweitern sowie die Kühlanlagen auf den neuesten Stand der Technik zu bringen. In der Politik regt sich verhaltene Kritik.

Zweifel an Rentabilität

Oliver Müller, Fraktionsvorsitzender Linke/BSG, hatte bereits in der Haushaltsdebatte den Finger in die Wunde gelegt. Vor dem Hintergrund, dass unter dem Spardiktat auch kleinere Summen an freiwilligen Leistungen nicht in den Haushalt gelangten, und dabei auch die mangelnde Rentabilität als Argument genannt worden sei, richtete Müller das Augenmerk auf die sechsstellige Investition in die Congress Union. "Auch dabei handelt es sich um eine freiwillige Leistung. Ich frage mich, ob man noch von rentabel sprechen kann, wenn man eine halbe Million Euro in einen Gastronomiebetrieb investiert."

Kompliziertes Betriebsmodell

Müller stellt nicht in Abrede, dass zu einer Stadt von der Größenordnung Celles auch ein Veranstaltungs- und Kongresszentrum gehöre. Ihn beschäftigt etwas ganz anderes. "Das Betriebsmodell ist sehr kompliziert und nur schwer zu durchschauen", kommt er darauf zu sprechen, dass die Stadt Teile ihres Aktienpakets unter anderem in der Congress Union geparkt hat. Die Gewinne aus der Dividende in Höhe von 4,8 Millionen Euro werden mit den Verlusten des Kongresszentrums in Höhe von etwa 2 Millionen Euro jährlich gegengerechnet. Nach Abzug von Steuern bleibe ein Gewinn von etwa 2 Millionen Euro übrig. Über die Jahre habe die Stadt so etwa 18 Millionen Euro gespart, heißt es aus dem Neuen Rathaus.

Mögliche Wettbewerbsverzerrung

Müller möchte, "dass das Konstrukt der Congress Union einmal durchleuchtet wird. Vielleicht gibt es da ja noch bessere Lösungen". Immerhin sei die Congress Union mittlerweile in das Haushaltssicherungskonzept aufgenommen worden. Müller beschäftigt aber auch eine mögliche Wettbewerbsverzerrung. "Das Thaers steht auch in Konkurrenz zu anderen Restaurants in Celle", merkt er kritisch an.

Stadt investiert als Eigentümerin

Die Stadt rechtfertigt die Investition damit, dass sie Eigentümerin der Congress Union ist und in der Pflicht stehe, diese instand zu halten. Die Küche im Thaers nebst Verbundkühlanlage sei mittlerweile über 20 Jahre alt. Seinerzeit wurde die Gastronomie als Buffetrestaurant betrieben, das kaum Küchenkapazitäten benötigte. "Nunmehr wird an 365 Tagen im Jahr gekocht. Täglich verlassen zwischen 150 und 200 Essen die Küche. Das ist nahezu doppelt so viel wie zur Eröffnung des Thaers im Jahr 2005", so Stadtsprecherin Myriam Meißner.

Gruppengeschäft ausbauen

Um die Qualitätsstandards zu halten, das Gruppengeschäft stärker auszubauen, sei es unabdingbar, dass die Küche technisch und energetisch auf den neuesten Stand gebracht und um ein Drittel erweitert werde. "Damit kann das Gruppengeschäft stärker ausgebaut werden, was letztlich zu Umsatzsteigerungen führt."

Kühlmittel ersetzen

Hinzu komme der Cateringservice, der über die anliegende Großküche abgewickelt wird. Das Haus sei logistisch so aufgestellt, dass gleichzeitig bis zu 500 Personen bei Veranstaltungen bewirtet werden können. "Dazu unabdingbar: die Verbundkühlanlage. Dazu gehören 14 Kühlhäuser, 6 Kühlschränke, 2 Kühlunterschränke und drei große Service-Bar-Getränkekühlungen, ebenfalls in die Jahre gekommen und zu Leckagen neigend, die regelmäßig behoben werden müssen", erläutert Meißner. Zudem entspreche das herkömmliche Kühlmittel nicht mehr den kommenden EU-Standards und müsse durch umweltfreundliche CO2-Technik ersetzt werden.

Für ordentlich Gesprächsstoff hat die Weihnachtsfeier im ehemaligen Rio's gesorgt. Nun gehen Mitinitiatoren an die Öffentlichkeit.

Gunther Meinrenken 02.01.2019

In der Kita Neustädter Holz ist ein medienpädagogisches Projekt gestartet.

Gunther Meinrenken 02.01.2019

Seltsame Gestalten sah man am Sonntag in der CD-Kaserne. Die Wikinger eroberten die Hallen, gut zu erkennen an Helmen mit Hörnern auf dem Kopf.

01.01.2019