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Celle Stadt Haussperling am häufigsten in Celler Gärten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Haussperling am häufigsten in Celler Gärten
16:34 03.06.2016
Celle Stadt

Dicht dahinter kommt die Amsel, die zwar nur mit 478 Tieren verzeichnet ist, dafür in fast jedem Garten von den Vogelbeobachtern gesehen wurde. Auch Kohl- und Blaumeise, Star, Feldsperling und Elster wurden oft gesehen. Schon etwas weniger wurde es bei Vögeln wie dem Kleiber, dem Gartenrotschwanz oder der Bachstelze. Hier wurden in allen Gärten 40 bis 60 Tieren je Gattung beobachtet.

In Kreis Celle wurden in 116 Gärten 4425 Vögel gezählt. 172 Vogelfreunde haben mitgemacht. In Niedersachsen waren um die 4000 Menschen aktiv. Celle liegt dabei im Trend, denn auch landesweit ist die häufigste Art der Haussperling, gefolgt von Amsel, Kohlmeise, Blaumeise und Star.

„Wir bekommen durch diese Aktion Hinweise auf Trends bei den Garten- und Parkvögeln unserer Heimat und merken, dass sich viele Menschen intensiv mit der Vogelwelt, der Natur und dem Naturschutz beschäftigt haben", sagt Ulrich Thüre, Sprecher des Nabu Niedersachsen. Ein umweltpädagogischer Effekt sei auch gleich dabei, denn die Teilnehmer lernten die Vogelarten voneinander zu unterscheiden. "Ein wunderbarer Aspekt in Zeiten schwindender Artenkenntnis. Denn nur, was ich kenne, kann ich auch schützen“, sagt Thüre.

Ein Gewinner der Zählung könnte landesweit das Rotkehlchen werden, das momentan ein starkes Plus aufweist, jedoch noch nicht in die Top Ten der beobachteten Vögel gerückt ist. Als Vogel mit Insektenappetit hat der gemeldete Rotkehlchenbestand in knapp 70 Prozent aller Gärten anscheinend stark von der milden Winterwitterung profitiert. In Celle ist die Zahl der Beobachtungen mit 161 Sichtungen nahezu unverändert.

Selbes gilt für den Mauersegler, der in Celle 37 mal und damit ähnlich viele Male wie 2015 gesehen wurde. Landesweit verzeichnet der Nabu mit 14 Prozent einen starken Rückgang. "Mauersegler jagen ausschließlich Fluginsekten. Der vermehrte Einsatz hocheffektiver Spritzmittel wie Glyphosat in der industriellen Landwirtschaft, aber auch in Hausgärten, entzieht Mauerseglern, Schwalben und anderen Insektenfressern die Nahrungsgrundlage", heißt es beim Nabu.

Als Gebäudebrüter, der auf Nischen an Häusern angewiesen ist, verliert der Mauersegler darüber hinaus durch energetische Sanierungsmaßnahmen immer mehr Nistmöglichkeiten. Und das, obwohl Mauersegler-Nester gesetzlich geschützt sind.

Ein ähnlicher Negativtrend sei auch bei der Mehlschwalbe zu erkennen, einem anderen reinen Insektenfresser und Langstreckenzieher. Mit einer erneuten Abnahme um zwei Prozent zum Vorjahr schafft sie es wohl auch in diesem Jahr nicht mehr unter die Top Ten der Gartenvögel in Niedersachsen. Auch der Mehlschwalben-Bestand blieb im Landkreis Celle mit 139 Sichtungen nahezu unverändert.

Von Tore Harmening