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Celle Stadt Hauswirtschafterinnen im Wettstreit
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Hauswirtschafterinnen im Wettstreit
18:54 04.02.2010
Die vier Hauswirtschafts-Auszubildenden, darunter Sandra Peesel (3. von rechts), stellen ihre Kreationen vor. Die drei Richterinnen begutachten die Resultate. Quelle: nicht zugewiesen
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Die Küche durchzieht eine Melange von aromatischen Gerüchen. Neben Sandra bereiten sieben weitere angehende Hauswirtschafterinnen ihre Brotaufstriche vor. Die Aufgabe gehört zum praktischen Teil des „Leistungswettbewerb der Hauswirtschaft“. Zwischen den Kochstellen wandert eine Richterin umher und schaut den Azubinen auf die Finger. Bei Sandra ist das mittlere Exemplar der linken Hand mit einem Pflaster versehen. Möhrenschneiden kann gefährlich sein.

Ulrike Harms tritt von einem Fuß auf den anderen. Sie knibbelt an den Ecken ihrer Moderationskarten, die sie in den Händen hält. Vor ihr sitzen zwei Betriebsmeisterinnen, die Ulrikes Ausführungen zum Thema Handhygiene lauschen. Mit ausholenden Handbewegungen erläutert sie ihr Plakat, auf dem sie die zehn Schritte der Reinigung aufgelistet hat. Ulrike redet schnell. Sie hat nur zehn Minuten Zeit. Prompt vergisst sie den Reinigungsvorgang auch praktisch zu demonstrieren.

Sandra wäscht in der Spüle eine Gurke und eine rote Paprika. Die Möhrenbutter hat sie fertig. Jetzt geht es an einen Eieraufstrich. Die Zutaten hatte sie zuvor eingekauft und durfte sie abgewogen zur Prüfung mitbringen. Sie schält die Gurke und entkernt die Paprika. Beim Hantieren in der engen Küche umkurvt sie geschickt ihre Konkurrentinnen. Im Nu sind die hartgekochten Eier von der Schale befreit, Eiweiß und Eigelb getrennt und zerkleinert. Mit Salz, Pfeffer, Mayonnaise und Senf schmeckt Sandra das Ganze ab.

Ulrike ist erleichtert, als sie das Prüfungszimmer verlässt. „Die Präsentation war so lala“, sagt sie. Es nervt sie, dass sich in Stresssituationen ihr Sprachtempo verdoppelt. Positiv legt die 18-Jährige für sich aus, dass aufgrund der Wetterverhältnisse nur 34 statt 60 Konkurrentinnen zum Leistungswettbewerb angetreten sind. Die Siegerinnen treten im April bei den Landesentscheiden an.

Sandra hat wieder den Pürierstab in der Hand. Zwei Wochen lang hat sie zu Hause das Pürieren geübt. Sie sieht den Wettbewerb als Vorbereitung für ihre Abschlussprüfung im Juni. Schnell vermengen sich Kiwis und Bananen zu einer süßlich schmeckenden Marmelade. Fertig. Sandra ist zufrieden mit ihren Kreationen. Auch mit den 60 Minuten, die zur Verfügung standen, ist sie gut ausgekommen. Nur die Karotten liegen ihr noch schwer im Magen. Die Möhrenstückchen sind ihr trotz aller Übung zu groß geraten.

Im Anschluss müssen Sandra und Ulrike noch einen schriftlichen Test und die Bestimmung von verschiedenen Messersorten durchstehen. Am Ende landet Ulrike auf Platz sechs von 34 Teilnehmern. Sandra errreicht Rang zehn.

Von Paul Gerlach