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Celle Stadt Heese: Stadt Celle treibt Geothermie-Projekt voran
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Heese: Stadt Celle treibt Geothermie-Projekt voran
16:52 10.11.2014
Von Gunther Meinrenken
In der Heese-Nord möchte die Stadt ein ganzes Quartier mit Geothermie versorgen. Nun soll eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Quelle: Thomas
Celle Stadt

"Celle – Stadt mit Energie" – diesen Slogan will das Neue Rathaus weiter mit Leben füllen. Ein großer Baustein ist der Einsatz von regenerativen Energien. Bei der Stadt setzt man aufgrund der geballten Kompetenz der heimischen Bohrindustrie auf Geothermie. Diese soll nach dem Wunsch der Verantwortlichen das gesamte Quartier Heese-Nord mit Wärme versorgen. Ein Mammut- und gleichzeitig Vorzeigeobjekt, das die Stadt nun weiter vorantreibt. Als nächster Schritt soll eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden.

2400 Menschen in 198 Gebäuden, die sich auf 12 Straßenzüge verteilen, sollen in dem von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) initiierten Projekt "Energetische Stadtsanierung Heese-Nord" mit Geothermie versorgt werden. Doch das kostet eine hübsche Stange Geld. Allein die vier Celler Wohnungsbaugesellschaft Celler Bau- und Sparverein, Südheide, die städtische Wohnungsbaugesellschaft sowie die Wichmann-Gruppe müssten in den kommenden Jahren 20 Millionen Euro in die Hand nehmen, um die energetische Sanierung der Gebäudehüllen zu realisieren. Hinzu kämen noch einmal 30 Millionen Euro Investitionen für eine Geothermieanlage mit einer Bohrtiefe von 2700 Metern.

"Inzwischen signalisieren drei von vier Wohnungsbaugesellschaften ein gewisses Interesse", berichtet Celles Klimaschutzbeauftragter Ulrich Kaiser. In einem Arbeitskreis bestehend aus Stadt, den Wohnungsbaugesellschaften, dem Verein Geoenergy, der SVO und den Stadtwerken soll das Projekt weiter entwickelt werden. "Bei den zu erwartenden hohen Kosten müssen wir zuvor die Förderlandschaft ausloten. Es macht keinen Sinn, Konzepte zu entwickeln, die hinterher nicht zu finanzieren sind", so die Auffassung von Kaiser.

Er hat daher Kontakt aufgenommen zur Klimaschutzagentur Niedersachsen, die im vergangenen Jahr vom Land gegründet wurde. Zusammen mit den Celler Wohnungsbaugesellschaften aus der Heese, der Stadt, der NBank und dem Umweltministerium soll es in der kommenden Woche erste Gespräche über mögliche Finanzzuschüsse geben.

Mittel möchte Kaiser dabei auch für eine Machbarkeitsstudie, bei der unter anderem der Weg zu einem "marktfähigen Energiepreis" aufgezeigt werden soll, einwerben. Die Kosten hierfür belaufen sich auf geschätzt 250.000 bis 300.000 Euro. Einen Teil der Gelder will Kaiser aus dem städtischen Klimaschutzfonds, der ein Volumen von jährlich 450.000 Euro hat, beantragen. "Die ganze Summe daraus zu nehmen, wäre sicherlich problematisch", so Kaiser, der den Fonds, aus dem auch Projekte von Hauseigentümern in Celle unterstützt werden, maßgeblich verwaltet.

Die Förderung des Projekts mit weiteren Bundes- oder Landesmitteln ist durchaus nicht unrealistisch. Das Celler Vorhaben wird in den Ministerien sehr hoch geschätzt, ist mit dem ehrgeizigen Ziel, einen ganzen Stadtteil geothermisch zu versorgen, ein absolutes Vorzeigeprojekt in der Republik. Weiterer Beleg dafür: Neben der Beleitforschung durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung wird nun auch das Deutsche Institut für Urbanistik in Berlin gemeinsam mit der BTU Cottbus dem Vorhaben wissenschaftlich zur Seite stehen.