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Celle Stadt Hehlentorstraße: Polizei hält neue Verkehrsregelung für gefährlich
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Hehlentorstraße: Polizei hält neue Verkehrsregelung für gefährlich
09:21 22.08.2017
Von Michael Ende
Wird gerade umgebaut: Die Hehlentorstraße. Quelle: David Borghoff
Celle Stadt

Radler, die stadtauswärts fahren wollen, sollen sich künftig den Bürgersteig auf der Ostseite mit Fußgängern teilen. „Viel zu gefährlich“, so ein Experte. „Einen Versuch wert“, hielten jene dagegen, die im städtischen Verkehrsausschuss für diese Variante stimmten. Geplant ist jetzt zunächst eine halbjährige Testphase.

Zur Erhöhung der Sicherheit solle ein verkehrsberuhigter Bereich, in dem höchstens Tempo 20 erlaubt sei, eingerichtet werden, erläuterte Verkehrsplaner Jörg Frohnert. Um zu verhindern, dass in Richtung Norden fahrende Radler mit entgegen kommenden Autos in Konflikt geraten, sollten sie auf dem Fußweg fahren: „Die dort zur Verfügung stehenden unterschiedlichen Breiten ermöglichen Begegnungen von Fußgängern, die dort Vorrang haben, und Fahrradfahrern, für die dort Schrittgeschwindigkeit vorgeschrieben ist. Diese Regelung erfordert die nach Straßenverkehrsordnung vorgeschriebene gegenseitige Rücksichtnahme.“

Die Verwaltung empfahl dem Ausschuss, einen Antrag der Grünen abzulehnen, dem zufolge auf Grund der Enge des Verkehrsraums kein gegenläufiger Radverkehr zugelassen werde solle. Nach einem Jahr könne man bewerten, ob sich die beidseitige Öffnung für den Radverkehr bewährt habe, so die Stadt.

Verkehrsexperte Karl-Heinz Kroll von der Polizei Celle sprach sich vehement gegen einen Versuch des Miteinanders von Radlern und Passanten auf dem Bürgersteig aus. Das müsse schief gehen, so Kroll: „Ich finde das sehr unglücklich. Da sind Unfälle vorprogrammiert, wenn Leute aus den Geschäften kommen.“ Alternativ könnten Radler auf die Fahrbahn ausweichen und dort Probleme mit entgegenkommenden Autos und Bussen bekommen: „Die Stadt überfährt uns mit einer Regelung, die nicht funktionieren wird.“

Das war deutlich. Harald Range (FDP) setzte ebenfalls auf Sicherheit: „Wir schließen uns den Grünen an: Das ist zu gefährlich.“ Radfahrer, die stadtauswärts wollten, könnten ihre Drahtesel in der Hehlentorstraße auch schieben. Reinhold Wilhelms (SPD) sagte hingegen, man solle die von der Verwaltung vorgeschlagene Option ruhig einmal ausprobierten. Joachim Ehlers (CDU) pflichtete ihm bei und schlug eine sechsmonatige Probephase vor, nach der man auswerten könne, ob es zu gefährlichen Situationen gekommen sei.

Kroll schüttelte den Kopf: „Bei uns in der Statistik tauchen gefährliche Situationen nicht auf. Wenn einer in einen Kinderwagen reinradelt und beide Seiten einigen sich gütlich – das kriegen wir gar nicht mit.“ Der Ausschussmehrheit sprach sich trotz Krolls Bedenken für einen Versuch mit der „Rücksichtsvolles-Miteinander-Variante“ aus. Toitoitoi.