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Celle Stadt Heimatkreis Marienwerder erinnert in Celle an Flucht
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Heimatkreis Marienwerder erinnert in Celle an Flucht
20:13 10.05.2015
Kranzniederlegung Heimatkreistreffen Karin Kaiser-Damrau Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

70 Jahre nach Kriegsende und der darauf folgenden Flucht kam am Samstag und Sonntag der Heimatkreis Marienwerder in Celle zusammen. Eröffnet wurde das Treffen von Kulturdezernentin Susanne McDowell, welche die Gäste im Marienwerder-Zimmer in der Roß'schen Villa begrüßte. In ihrer Rede würdigte sie die jahrelange Patenschaft zwischen der Stadt Celle und den Heimatvertriebenen aus Stadt und Kreis Marienwerder seit Oktober 1953. Zudem kam vor mehr als 20 Jahren die Partnerschaft zum heutigen Kwidzyn zustande.

Nach dem Krieg nahmen Stadt und Landkreis Celle einen überdurchschnittlich hohen Anteil von Flüchtlingen auf – mehr als 45.000 Menschen. Der Eingliederungsprozess galt bereits Anfang der 1960er Jahre als geglückt. "Sie brachten Ihre Traditionen, Gewohnheiten und ihr Wissen mit und trugen dadurch auch zu Veränderungen bei, die für uns Nachgeborenen bereits Selbstverständlichkeiten geworden sind", so McDowell. Die Anfangszeit war jedoch sehr schwierig. Die Menschen mussten oft in Baracken, Zeltlagern oder bei Einheimischen einquartiert leben und waren bei ihnen oftmals nicht besonders willkommen.

Zur Festveranstaltung in der Congress Union kamen ungefähr 60 Besucher. Für den musikalischen Rahmen sorgte das Orchester des Gymnasiums Ernestinum unter Leitung von Oberstudienrat Knauer. Bei der Kranzniederlegung am Gedenkstein in den Triftanlagen erinnerte Heimatkreisvertreterin Karin Kaiser-Damrau nicht nur an die Kriegsgefallenen, sondern ausdrücklich auch an die toten Frauen, die oftmals mit ihren Familien unter Krieg, Flucht und Vertreibung leiden mussten.

Von Dagny Rößler