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Celle Stadt Helfer beseitigen im Celler Land Schäden nach Sturmtief "Xavier"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Helfer beseitigen im Celler Land Schäden nach Sturmtief "Xavier"
19:11 06.10.2017
Von Audrey-Lynn Struck
Auch einen Tag nach dem Sturmtief "Xavier" wurden längst noch nicht alle Schäden beseitigt. Neben der Feuerwehr und Polizei hatten gestern vor allem die Gartenbau- und Dachdeckerfirmen mit den Reparatur- und Aufräumarbeiten allerhand zu tun. Die umgestürzten Bäume wurden von der Fahrbahn geräumt, klein gesägt und zerhäckselt,  Quelle: Michael Schäfer
Celle

"Das war ein einsatzreicher Nachmittag für die Feuerwehren", zog Torsten Beyersdorff, Pressesprecher der Feuerwehr Wietze, gestern Bilanz. "Insgesamt wurden über 30 Bäume oder große Äste beseitigt." In der Samtgemeinde Wathlingen rückten die Ortsfeuerwehren mit 92 Einsatzkräften zu insgesamt 65 Unwettereinsätzen aus. "Wir hatten alle Hände voll zu tun", berichtete Olaf Rebmann, Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Celle.

Für die zahlreichen umgestürzten Bäume lieferte Holger Gralher, Leiter der Kreisstraßenmeisterei in Lachendorf, eine Erklärung: "Durch die starken Regenfälle in den vergangenen Wochen ist der Untergrund extrem weich und die Wurzeln lösen sich leichter aus dem Erdreich." Hinzu käme die nasse Blattmasse auf den Baumkronen, die zusätzlich ein Umstürzen begünstigte.

Während man Donnerstag damit zu kämpfen hatte, die Einsätze nach Prioritäten zu ordnen und entsprechend zu reagieren, hatten die Einsatzkräfte gestern Zeit für eine umfassende Bestandsaufnahme. "Die Polizei und Feuerwehr ereilte eine Fülle von Einsätzen. Heute ist die Situation da merklich entspannter und ruhiger", erklärte gestern der Celler Polizeisprecher Thorsten Wallheinke.

Die Kreisstraßenmeisterei fuhr bereits die Strecke ab und räumte die letzten Bäume von der Fahrbahn. Die Fahrbahn selbst sei weitestgehend unbeschädigt und die Kreisstraßen "so weit in Ordnung". Einige Leitplanken wurden durch umstürzende Bäume in Mitleidenschaft gezogen. "Die größten Löcher haben wir bereits wieder aufgefüllt", berichtete Mitarbeiter Dirk Backhaus. "Nächste Woche werden dann wahrscheinlich die Aufräumarbeiten beginnen." Dann konzentriere man sich vor allem auf das Gehölz am Straßenrand.

Neben Autofahrern hatten auch Bahn-Reisende mit den Sturmfolgen zu kämpfen. Zahlreiche Fahrgäste strandeten in Celle und Unterlüß, weil die Deutsche Bahn ihren Betrieb in ganz Norddeutschland einstellte. Während manche mit Mietwagen und Bussen weiterreisten, mussten einige Gestrandete in Notunterkünften die Nacht verbringen. Rund 150 Menschen kamen kurzerhand in der Turnhalle der Axel-Bruns-Schule in Celle unter, bevor sie am Freitagmorgen nach Hannover gebracht wurden.

Nicht nur die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen waren ab Donnerstagmittag im Dauereinsatz. Auch die Dachdecker im Celler Land legten Sonderschichten ein. "Wir waren bis spät abends unterwegs", erzählte Karl-Heinz Surma, stellvertretender Obermeister der Dachdecker-Innung Celle. Auch gestern warteten zahlreiche Einsätze auf den Dachdecker.

Allein in seinem Heimatort Hambühren seien fünf Bäume auf Dächer gefallen. Hinzu kamen herabstürzende Ziegel. Surma warnte davor, bei Schäden am Dach selbst Hand anzulegen: "Als Laie sollte man lose Ziegel nicht sichern." Standard sei inzwischen die Verklammerung der Ziegel, doch auch das könne nicht immer verhindern, dass sich Ziegel bei Orkanböen lösen und herabstürzen.

Für die Landwirte war das Sturmtief ein "weiteres negatives Wettererlebnis", wie es Kreislandwirt Jürgen Mente diplomatisch ausdrückte. "Vom Wetter werden wir im Moment nicht verwöhnt – im Gegenteil, das Wetter macht uns riesige Probleme", sagte der Diestener. "Wir kommen mit der Ernte nicht voran, die Maschinen stehen still." In diesem Jahr hätten die Landwirte "durchweg mit ganz erschwerten Bedingungen" zu kämpfen. Durch Sturmtief "Xavier" knickten unter anderem Maispflanzen ab. Mente hofft nun auf besseres Wetter: "Wir drücken die Daumen, dass die Sonne wieder mehr scheint."