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Celle Stadt Helmut-Schmidt-Straße für Celle?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Helmut-Schmidt-Straße für Celle?
17:32 20.06.2016
Von Michael Ende
Quelle: Wolfgang Kumm
Celle Stadt

Schmidt bringt eine Idee ins Spiel, die bisher in Celle noch gar nicht diskutiert worden ist: „Wir haben ja in Sachen Straßennamen ganz erhebliche Diskussionen erlebt. Statt aber immer nur über das Dagegen zu reden, sollten wir einmal das Dafür thematisieren: Eine Helmut-Schmidt-Straße in Celle wäre eine angemessene Würdigung. Und: Wo Hannover zaudert, könnte Celle Zeichen setzen. Als Sozialdemokrat würde ich mich darüber besonders freuen.“

Gute Idee, findet Unabhängigen-Fraktionsvorsitzender Udo Hörstmann: „Wir unterstützen diesen Vorschlag. Einen solchen Mann, mit diesem weltweiten Renommee, zu ehren, ist ein guter Gedanke.“ „Ich würde die Einrichtung einer Helmut-Schmidt-Straße in Celle begrüßen. Es sollte eine bedeutende Straße oder ein bedeutender Platz sein, nicht irgendein kurzes Gässchen“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Jürgen Rentsch.

„Wir sollten den Ball flach halten“, findet Grünen-Fraktionsspitze Bernd Zobel: „Gut gemeinte Vorschläge von auswärtigen Landtagsabgeordneten können sich in ihr Gegenteil verkehren. Wenn sie ihre Vorschläge ernst nehmen, sollten sie in ihrer eigenen Kommune ihren Vorschlag umsetzen.“ Auch WG-Fraktionschef Torsten Schoeps ist vorsichtig: „In Celle sollte gerade nach der langwierigen Diskussion über die Beibehaltung von gewissen Straßennamen kein Schnellschuss einer weiteren Benennung erfolgen. Es gibt in der Kommunalpolitik sehr viel wichtigere Aufgaben als möglicherweise erneute nicht enden wollende Straßennamendiskussionen.“

CDU-Fraktionsvorsitzender Heiko Gevers sieht keinen Grund zur Eile: „Da die Genossen sich untereinander streiten, sehen wir dem Ausgang gelassen entgegen. Wenn die Genossen sich einig sind, die Rolle des Genossen Schmidt in der Wehrmacht geklärt haben, dann ein Antrag gestellt und eine geeignete Straße gefunden wird, werden wir uns dazu äußern. Aus den bisherigen Diskussionen über Straßennamen durften wir aus gutachtlichem Munde erfahren, dass nicht nur das Gute zählt.“

„Ich bin ein großer Fan von Helmut Schmidt und war von seinem Tod sehr betroffen, weil er in mir die Erinnerung an eine sehr bewegte und auch bewegende Zeit hervorgerufen hat“, meint FDP-Fraktionschef Joachim Falkenhagen: „Seinen Namen jetzt, drei Monate vor der Kommunalwahl, öffentlich für eine Straßenbenennung ins Spiel zu bringen, das werte ich als Missbrauch des Andenkens von Helmut Schmidt. Jetzt wird der Name von Helmut Schmidt als politischer Spielball genutzt und das halte ich für verwerflich. Ich würde auch eine gehörige Wartefrist nach dem Tod einer Persönlichkeit wie Helmut Schmidt begrüßen, innerhalb derer Namensgebungen nicht vorgenommen werden sollen."

Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD) sieht das ähnlich. Schmidt sei unbestreitbar einer der ganz großen Deutschen gewesen: „Ob deshalb so kurz nach seinem Tod schon Straßen nach ihm benannt werden sollten, kann man aus ganz anderen Gründen in Frage stellen. Ich halte viel davon, ein Jahr abzuwarten und sich dann darüber klar zu werden, ob die jetzt getroffene Einschätzung noch immer gilt. Ich gehe davon aus, dass das der Fall ist. Von daher glaube ich auch, dass wir in Celle eine solche Straße irgendwann bekommen.“

Angesichts der vielen prägenden Politiker, die in den vergangenen Jahren gestorben seien, werde man dann vielleicht im Ortsrat Klein Hehlen für den Kieferngrund II eine Debatte führen, sagt Mende: „Dann könnte thematisiert werden, ob man eine Helmut-Schmidt-Straße, einen Hans-Dietrich-Genscher-Weg, eine Richard-von-Weizsäcker Straße oder eine Guido-Westerwelle-Straße ausweist.“