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Celle Stadt Hengstparade: Erleichterung in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Hengstparade: Erleichterung in Celle
13:43 16.05.2015
Von Gunther Meinrenken
Kinder-Hengstparade Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Nachdem der Leiter des Celler Landgestüts, Axel Brockmann, Anfang der Woche auf der Internetseite der Einrichtung das Aus für die Hengstparaden in klassischer Form ab dem kommenden Jahr und eine Alternative unter dem Titel "Erlebnis Landgestüt" verkündet hatte, wurde er von seinem Dienstherrn, Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne), umgehend zurückgepfiffen. Der Minister wies am Donnerstag das Landgestüt an, an der bewährten Veranstaltung festzuhalten. In Celle wartet man nun darauf, ob das Land dafür auch die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen wird. Denn das Landgestüt befindet sich in finanzieller Schieflage.

Das hatte zuletzt und wiederholt der Landesrechnungshof bemängelt. Eine Ursache für die Finanzkrise an der Spörckenstraße sind starke Rückgänge bei den Stutenbedeckungen. Landesweit waren diese von etwa 20.000 im Jahr 2008 auf zuletzt 14.400 eingebrochen, beim Landgestüt verzeichnet man Rückgänge von um die 40 Prozent. Ein weiterer Faktor für das Defizit der Einrichtung, das sich in den vergangenen Jahren auf über zwei Millionen Euro summierte, sind die unrentablen Hengstparaden. Die Traditionsveranstaltung leidet unter starkem Zuschauerschwund bei gleichzeitig unwirtschaftlichen Fixkosten von zum Beispiel allein etwa 100.000 Euro für die Tribünen.

Meyers Machtwort, so gern es in Celle gesehen werden mag, steht so in Gegensatz zu den finanziellen Realitäten am Landgestüt und den Forderungen des Landesrechnungshofs. Die Frage ist nun, ob Meyer auch finanzielle Taten folgen lässt. Und: Was hat Brockmann geritten, an seinem Minister vorbei die Hengstparaden in traditioneller Form beerdigen zu wollen? Auf eine Antwort muss man noch etwas warten. Brockmann wollte sich am Donnerstag gegenüber der Celleschen Zeitung zu den aktuellen Entwicklungen nicht äußern.

Unterdessen macht sich in Celle erst einmal Erleichterung darüber breit, dass die Hengstparaden fortgesetzt werden sollen. Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD): "Für die Stadt ist die Hengstparade touristisch ein herausragendes Ereignis, sie muss aus unserer Sicht erhalten werden. Ich bin deshalb sehr froh und dankbar, wie schnell hier der zuständige Landesminister Christian Meyer und unsere Landtagsabgeordneten allen voran Maximilian Schmidt klar und eindeutig den Fortbestand der Hengstparade abgesichert haben."

Leider sei zu beobachten, dass seit Jahren die Besucher nicht mehr gleichermaßen wie früher kommen. "Eine Anpassung der Hengstparade an ein verändertes Verhalten von Besuchern kann ich deshalb nachvollziehen, um zu erreichen, dass neue Publikumskreise angesprochen werden. Ich werde das Landgestüt bei seiner Entwicklung weiter unterstützen. Wir Celler haben es aber auch selbst in der Hand die Veranstaltung zu unterstützen: Gehen wir alle hin", meinte Mende, der damit auch zum Ausdruck bringt, ein neues Konzept für sinnvoll zu halten.