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Celle Stadt Herzensthemen und Spielereien von Sabine Hantzko im Mehrgenerationenhaus
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Herzensthemen und Spielereien von Sabine Hantzko im Mehrgenerationenhaus
16:09 12.01.2017
Celle Stadt

Ölpastellbilder, Aquarelle, Materialcollagen, Mischtechniken, Mobiles und sogar aus Streichhölzern kunstvoll gefertigte Brûlagen geben sich ein kunterbuntes Stelldichein und laden zum Verweilen, Betrachten und Nachdenken ein. Dazu gehören auch fantasievoll gestaltete „Objets trouvés“, bei denen Alltags-, Natur- oder gefundene Gegenstände in Kunstwerke verwandelt oder integriert werden. Wie bei Hantzkos Triptychon „Je vole“ (Ich fliege), angelehnt an den gleichnamigen Song von Michel Sardou: Vogelfedern und kleine Äste bilden – eingefügt in „goldene Zeiten“ – die Requisiten für einen uralten Menschheitstraum. Ein Hingucker ist auch ihre Collage „Vergessen zu säen“, nachgebildet im Stil von Vincent van Goghs „Zwölf Sonnenblumen in einer Vase“. Jedoch ist bei ihr die Vase leer, und rundherum liegen verstreut die Sonnenblumenkerne.

Exponate wie diese sind charakteristisch für die im wahrsten Sinne des Wortes durchdachten Motive der ausgebildeten Kunst- und Kulturpädagogin. Und für ihr immer wieder faszinierendes Geschick, das jeweils passende Farb- und Form-„Vokabular“ für die Gestaltung ihrer Arbeiten zu finden, um diese zum Betrachter sprechen zu lassen. Sei es die Wabenpappe, vor und in der sie in typischen Verhaltensweisen Bienen porträtiert, oder die „Herzensbilder“, auf denen sie nachvollzieht, wo sie von Paris über Rom bis Venedig schon überall wie einst die Studenten in Heidelberg ihr Herz verloren hat. Es ist dieses buchstäblich spielerische Experimentieren zwischen Idee, Material und Umsetzung, das die Künstlerin liebt und das im Ergebnis den Betrachter fasziniert. Wie die inszenierten Teebeutel mit Sorten wie „Pure Lust“ oder „Kleine Sünde“, die den Diplom-Psychologen Norbert Tameling in seiner gelungenen Einführungsrede neben einer tiefgründigen Deutung auch zu der hintersinnig ironisierenden Frage führte: „Hängt die Wirkung der Bilder davon ab, wie lange wir uns hier umschauen? Drei Minuten anregend, fünf Minuten beruhigend? Und was passiert, wenn wir länger als fünf Minuten bleiben?“ Das allerdings sollte jeder Betrachter für sich selbst herausfinden.

Rolf-Dieter Diehl

Von Rolf-Dieter Diehl