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Celle Stadt Hilfe für Tschernobyl-Opfer - Benefizveranstaltung in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Hilfe für Tschernobyl-Opfer - Benefizveranstaltung in Celle
11:02 26.04.2016
Das Ballett des Ensembles des Staatlichen Musiktheaters Minsk wird am Sonntag, 1. Mai, bei der Benefizveranstaltung der Stiftung "Kinder von Tschernobyl" auftreten. Quelle: Fremdfotos / Eingesandt
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An dem Abend wird das Ballett des Staatlichen Musiktheaters Minsk auftreten, eine Fotoausstellung zum Thema „Poesie und Architektur“ zu sehen sein und der international ausgezeichnete Dokumentarfilm „25 Jahre Tschernobyl – Leben mit einer Tragödie“ gezeigt. Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenlos, Spenden für die Stiftungsarbeit sind willkommen.

Die Stiftung „Kinder von Tschernobyl“ wurde im Jahr 1992 gegründet, um den Menschen in den von der Atomkatastrophe betroffenen Gebieten zu helfen. Professor Heyo Eckel ist Gründungsmitglied der Stiftung und stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums. Der Radiologe und ehemalige Präsident der niedersächsischen Ärztekammer erklärt, dass in der Ukraine und in Weißrussland als Folge des freigesetzten, radioaktiven Jods-135 viele Menschen an Schilddrüsenkrebs erkrankt seien. „Die Zahl der Schilddrüsenerkrankungen bei Kindern ist in den betroffenen Regionen acht bis zehn Mal höher als bei uns“, so Eckel.

Die gegründete Stiftung habe es sich zur Aufgabe gemacht, so schnell wie möglich zu helfen und möglichst frühzeitig Diagnostik zu betreiben. „Eine gute, mobile und schnell erlernbare Methode der Diagnostik ist der Ultraschall. Wir spendeten den Krankenhäusern mehr als 350 Ultraschallgeräte im Wert von 10 Millionen Euro und gingen mit deutschen Ärzten, die sich ehrenamtlich für die Stiftung engagieren, in die Gebiete, um dort Ärzte fortzubilden, und halfen, Diagnosen zu stellen“, berichtet Eckel. Bei einer frühzeitigen Diagnose von Schilddrüsenkrebs habe der Erkrankte eine Heilungschance von etwa 94 Prozent. Neben der hohen Zahl an Schilddrüsenkrebs sei auch die Zahl an Behinderungen, Frühgeburten und an frühen Brustkrebserkrankungen nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl gestiegen.

Bis heute seien über 4000 Ärzte durch die Stiftungshelfer geschult worden. Noch immer bieten sie Fortbildungen an und veranstalten gemeinsame Kongresse mit russischen Kollegen. „Wir fahren mindestens einmal im Jahr in jedes von der Reaktorkatastrophe betroffene Land und helfen vor Ort. Die Menschen sind sehr dankbar. Die Arbeit hat mich sehr geprägt. Man kehrt anders aus den Gebieten zurück und lernt zu schätzen, wie gut wir es hier haben“, sagt Sibylle Glosemeyer, Geschäftsführerin der Stiftung.

Von Jessica Poszwa