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Celle Stadt Himmlische Heerscharen in der Schlosskapelle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Himmlische Heerscharen in der Schlosskapelle
21:25 08.12.2013
Museumsleiterin Juliane - Schmieglitz-Otten und Pastor Michael Stier referierten über „Engel und die Musik in der Celler Schlosskapelle“. Quelle: Rolf-Dieter Diehl
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In der Veranstaltungsreihe „Andächtig“ ermöglichen Museumsleiterin Juliane Schmieglitz-Otten und Pastor Michael Stier dem Publikum immer wieder reizvolle Blicke auf die verborgenen Schätze der für die Öffentlichkeit aus konservatorischen Gründen nicht zugänglichen Kapelle. „Engel und die Musik in der Celler Schlosskapelle“ standen dabei am Freitag auf dem Programm. Anschaulich stellte Schmieglitz-Otten an ausgewählten Beispielen die rund einhundert Engel vor, die „den gesamten Kirchenraum wie himmlische Heerscharen zu bevölkern scheinen“, gemalt oder geformt, als Relief oder Skulptur, aus Stein oder Holz, betend oder mit den detailliert dargestellten Saiten- und Blasinstrumenten der Renaissance musizierend. „Könnten wir die Engel hören, ergäben sie mit ihren Schalmeien, Ziegernhörnern, Harfen und Schnabelflöten bestimmt ein wunderbares Orchester“, schwärmte sie. Das war das Stichwort für Stier, der die besonderen Klangbilder der „engelhaften Musik“ quasi unter die Lupe nahm. Die Kirchenmusik habe sich kontinuierlich als ein „besonderes Kennzeichen der protestantischen Theologie und des Gottesdienstes“ herausgebildet, trug er vor. Ihre Wirkung lasse sich dabei – wie beispielsweise Luthers Lied „Ein’ feste Burg ist unser Gott“ – aber durchaus auch mit heutigen Fan-Gesängen in den Stadien vergleichen: Gemeinsamkeit – auch beim Singen – vermittle Stärke. Beim Jubeln genauso wie in trostvollen Momenten. Nicht nur im Volk, sondern auch am Hofe.

Von Rolf-Dieter Diehl