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Celle Stadt Hin- und hergerissen zwischen Schlagern und Schlemmerei
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Hin- und hergerissen zwischen Schlagern und Schlemmerei
15:11 10.09.2013
  Die Schlagerdinner-Künstler warfen sich zu jedem Song passend in Schale und sorgten für Stimmung.
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Tatsächlich zeigte sich das Publikum reservierter als sonst. An den Akteuren Benjamin Krüger, Stefanie Götemöller, Sebastian Plöger, Jana Jörissen und Annika Hasse lag es mit Sicherheit nicht, dass nur bei Billy Mos „Ich kauf mir lieber einen Tirolerhut“ die Post im Publikum so richtig abging. Mit einem „Hoch auf die Liebe“ startete die Rallye der Schlager, die in den Dreißiger- und Vierziger- Jahren noch Gassenhauer hießen. „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh'n“ durfte ebenso wenig fehlen wie „Ein Lied geht um die Welt“.

Es war ein regelrechtes „Festival der Liebe“. Wer will da noch Schokolade? Dem Publikum war eher nach „Tomatenconsommè mit Grießklöschen“, dem zweiten Gang, nachdem das „Carpaccio vom Rinderfilet mit einem kleinen Salat mit Holundervinaigrette“ ein kulinarischer Einstieg der Extraklasse war. Und schon begann der Wettkampf zwischen Schauspielern und Köchen, der unentschieden endete. Während der Schlager Sehnsucht nach dem Schiff, das kommen wird, befriedigte, „griechischer Wein“ fast zum Nationalgetränk wurde und es „immer wieder Wunder“ gab, zauberte die Küche der Congress Union „Tranchen vom Schweinefilet, gefüllt mit Waldpilzen, auf Pfefferrahmsauce mit Romanesco-Möhrengemüse und Macairekartoffeln“ auf die Tische.

Da war Zurückhaltung angesagt, denn die Küche gab reichlich und sollte noch einmal einen oben drauf setzen: „Mousse von weißer Schokolade, Kastanien im Baumkuchenmantel mit Himbeersauce und Eis von gelber Pflaume und der Tonkabohne“ – der vierte Gang überzeugte kulinarisch selbst letzte Zweifler.

Doch erneut parierten die Schlagerdinner-Künstler. Sie ließen „ganz Paris von der Liebe träumen“, stellten ihr „Bett ins Kornfeld“ neben den „blau blühenden Enzian“ und riefen zum Wettbewerb um den goldenen Schlagerstern auf. Den gewann übrigens Heiko Seidenfaden aus dem Hehlentor. Er hatte den pfiffigsten Text den Hänschen-Klein-Noten beigemixt. Gert Neumann

Von Gert Neumann