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Celle Stadt Hinter jedem Feind steht ein Mensch
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Hinter jedem Feind steht ein Mensch
22:04 22.04.2018
Autorin Lizzie Doron bei ihrer Lesung in Kunst & Bühne. Quelle: Oliver Knoblich
Celle Stadt

Auf Einladung der Jüdischen Gemeinde Celle in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Celle und dem Stadtarchiv Celle kam Doron jetzt zu einer Lesung. Es sind Schicksale, unzählige Grausamkeiten, Leiden, Wut und Verzweiflung, die Thema, Basis und Hintergrund dieses Buches „Sweet Occupation“ („Süße Besetzung“) bilden – und der Mut einer Frau, sich diesen und den eigenen Dämonen, Gefühlen und Urteilen zu stellen: „Zuzulassen und zuzuhören, war ein erster Schritt und ich bin ihn voller Furcht gegangen – und doch wollte ich der Spur folgen und sehen, wohin sie führt“, sagt Lizzie Doron. Sie berichtet viel an diesem Abend in Kunst & Bühne, darüber, wie dieses Buch entstand und über ihre eigene Position und Befindlichkeit.

Ihr Buch erzählt über fünf Männer in der Mitte ihres Lebens: die verurteilten ehemaligen Terroristen Muhammad, Suleiman und Jamil aus den besetzten Gebieten sowie die Israelis Chen und Amil, die den Dienst an der Waffe verweigert haben. Männer, die im Gefängnis saßen und, nachdem sie wieder freikamen, die „Friedenskämpfer-Bewegung“ gründeten, entschlossen, ihrem Leben eine entschieden andere Richtung zu geben. Muhammad nahm Kontakt zu Lizzie Doron auf, und so traf sie diese Männer: Feinde, Widersacher. Palästinenser, die die Juden töten wollten, und Israelis, die sich geweigert hatten, ihr Land zu verteidigen. Ein Jahr lang hörte sie ihren Kindheitserinnerungen zu, lernte ihre Gefühle kennen, ihre Träume und Ängste, erfuhr von dem Moment, als sie anderen das Leben nahmen. Entstanden ist ein ergreifendes Dokument über einst Radikale, die dem sinnlosen Hass eine Perspektive entgegensetzen wollen.

Um den Veranstaltungsort der Lesung in Celle gab es in letzter Minute einige Verwirrung. Die Lesung wurde kurzfristig von der Synagoge in das Kulturcafé Kunst & Bühne verlegt – was auch zu einem etwas unstrukturierten Programmablauf führte. Gerüchten zu Folge gab es Bedenken unter Mitgliedern der jüdischen Gemeinde, diesen Stoff in der Synagoge zu erörtern. Dazu befragt, wird die Verlegung offiziell mit organisatorischen Notwendigkeiten erklärt, die aus der Einbindung zur Gedenkveranstaltung in Bergen-Belsen und der dort eingeladenen Kinderüberlebenden entstanden.

Von Doris Hennies

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