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Celle Stadt Yachtclub: "Verklinkerte Mauer ist Firlefanz"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Yachtclub: "Verklinkerte Mauer ist Firlefanz"
18:32 19.12.2018
Von Dagny Siebke
Die Bauarbeiten an der Allerinsel schreiten voran. Momentan wird die Hochwasserschutzmauer verklinkert. So weit, wie Hafenbesucher gucken können, findet das Klaus Effenberger vom Yachtclub Celle in Ordnung. Doch diese Wände reichen "kilometerweit ins Niemandsland". Quelle: Dagny Siebke
Celle

Vom Grundstück des Yachtclubs aus haben dessen Mitglieder die Bauarbeiten auf der Allerinsel gut im Blick. Gerade wird die neue Hochwasserschutzmauer verklinkert, die für Gesprächsstoff sorgt. Kurt Effenberger sagt: "Es tut weh, zu sehen, wie das viele Geld hier den Bach heruntergeht. Die Klinkersteine werten die Mauer doch nur optisch auf." Im Sichtbereich des Hafens ergebe das Verklinkern ja noch Sinn.

"200 Meter hätten gereicht und nicht kilometerweit bis ins Niemandsland", findet der 70-Jährige. Dort kämen nur eine Hand voll Wassersportler vorbei, so Effenberger. An anderer Stelle könnte das Geld sinnvoller eingesetzt werden. "In Winsen (Aller) zum Beispiel saufen regelmäßig Grundstücke ab. Die Leute dort könnten höhere Deiche gut gebrauchen", so der Lachtehäuser.

200 Euro pro Quadratmeter für das Verblendmauerwerk

"Wenn das Wehr zuwächst und dort dicke Baumstämme treiben, kümmert sich kein Mensch darum. Und hier macht man solch einen Firlefanz", sagt der Senior. Wenn an Aller und Fuhse weitere Fahrrad- oder Wanderwege entstehen sollten, würde es wohl noch Sinn ergeben.

Stadtsprecherin Myriam Meißner teilt mit, dass die Kosten für das Verblendmauerwerk bei rund 200 Euro pro Quadratmeter liegen und ergänzt: "Diese Kosten machen im Hinblick auf die Gesamtkosten nur einen geringen Anteil aus." Die gesamte Baumaßnahme, einschließlich Verblendmauerwerk, werde mit 70 Prozent von Hochwasserschutzmitteln des Landes Niedersachsen gefördert.

Alternative wären nackte Betonwände gewesen

Bereits im Jahr 2002 wurde im Rahmenentwurf für den Hochwasserschutz in der Region Celle planerisch festgelegt, die sichtbaren Mauerflächen mit Verblendmauerwerk zu versehen. Damit sollen sich die Hochwasserschutzmauern besser in das Landschaftsbild einfügen. "Das Vorgehen ist allgemeiner Stand der Technik und wird nicht nur in Celle, sondern auch in anderen Städten vergleichbar umgesetzt", sagt Meißner. Das Verblendmauerwerk erfülle alle technischen Anforderungen was Materialbeschaffenheit, Beständigkeit gegenüber Hochwässern und Ähnliches anbetreffe.

"Die Alternative zum Verblendmauerwerk wären nackte Betonwände gewesen. Das sieht nach einiger Zeit unansehnlich aus und hätte sicherlich zu weitaus umfangreicheren Beschwerden aus der Bevölkerung geführt", ist sich Meißner sicher. Zudem würden diese Mauern sicherlich zur „riesigen Leinwand für Graffiti-Sprayer".

Nach Bebauung der Allerinsel sichtbarer Bereich größer

Ein weiterer Nachteil: Nach Hochwasserereignissen würden auch gut sichtbar Verschmutzungen durch die wechselnden Wasserstände an den Mauern zurückbleiben. "Rein optisch ebenfalls wenig wünschenswert", so Meißner.

Die Steine wurden ausgewählt, um die Nachteile zu vermeiden. Im Hinblick auf die anstehende Bebauung und die Natur sei es gut gelungen, die Mauern in das Gesamterscheinungsbild zu integrieren, findet Meißner. "Große Teile der Hochwasserschutz-Mauern befinden sich im direkten Blickfeld der Bevölkerung. Wenn die Bebauung der Allerinsel umgesetzt wird, vergrößert sich der sichtbare Bereich zusätzlich." Zusätzliche Rad- und Wanderwege seien derzeit jedoch nicht vorgesehen.

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