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Celle Stadt Hohe Ansprüche: Tierheim gibt Schützlinge nicht jedem
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Hohe Ansprüche: Tierheim gibt Schützlinge nicht jedem
17:19 25.08.2017
Im Waldtierheim Altencelle warten derzeit viele Katzenkinder auf ein liebevolles Zuhause. Quelle: Waldtierheim Altencelle
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Tierheimleiterin Heidemarie Welle kennt die Geschichten ihrer Schützlinge und weiß, dass es sich selten um Einzelfälle handelt. Oft werden sie am Straßenrand ausgesetzt oder im Wald angebunden. „Schon mehrfach wurden uns Tiere vor das Tor gelegt oder einfach über den Zaun geworfen“, berichtet die Tierschützerin. Wenn ein Tier ausgesetzt wird, habe das Auswirkungen. Ähnlich wie Menschen erleben sie einen Vertrauensbruch. „Wir hatten schon Hunde, die sich komplett abgeschottet haben und dann auch ihr Essen verweigert haben“, erzählt Welle. Häufig werden die Tiere auch aggressiv.

Viele Menschen unterschätzen, welchen Aufwand die Katzenhaltung mit sich bringt, sagt Welle. Deshalb würden die Katzen teilweise nicht kastriert, um Behandlungskosten zu sparen. Der ungewollte Nachwuchs lande dann oft im Tierheim.

Bei der Vermittlung achten die Tierfreunde darauf, in welches Umfeld die Katzen kommen. Katzenkinder werden außerdem zu zweit abgegeben, da sonst die Gefahr besteht, dass die Tiere sich langweilen und vereinsamen. Nur in Ausnahmefällen werden sie Haushalten überlassen, wo sie als reine Wohnungskatzen leben. „Die Katzenbabys lassen sich meistens schnell vermitteln, aber es kommen auch immer wieder neue dazu“, sagt Welle. Bei den älteren Katzen sei das etwas problematischer.

Auch bei den Hunden dauert es meist etwas länger, bis sie ein passendes Zuhause finden. Die Vorkontrollen sind hier besonders streng. Zudem müssen sich Interessenten bei mehreren Besuchen im Tierheim an den Hund gewöhnen und Vertrauen aufbauen, bevor er endgültig umziehen darf. Bei Nachkontrollen gehen die Tierschützer sicher, dass Mensch und Hund gut miteinander klar kommen.

Immer wieder treffen diese Kontrollen und Vorgaben auf Unverständnis. Warum werden die Tiere nicht einfach heraus gegeben, wenn sich jemand für sie interessiert? Welle sagt dazu: „Es geht uns nicht darum die Tiere loszuwerden.“ Vielmehr sei das Ziel, ein sicheres und liebevolles Zuhause für die Tiere gewährleisten zu können. Sie sollen nicht nach wenigen Wochen wieder im Tierheim landen.

Für alle, die selbst kein Tier adoptieren können, gibt es verschiedene Möglichkeiten, um zu helfen. Als „Katzenstreichler“ gewöhnt man die Tiere an den Umgang mit Menschen und spielt mit ihnen. "Hundemenschen" können mit den Vierbeiner Gassi gehen. Aus versicherungstechnischen Gründen müssen sie hierfür dem Verein beitreten. Genauso helfen Sachspenden den Tierschützern bei ihrer Arbeit, denn Unterstützung von der Stadt erhalten sie keine. Weitere Auskünfte unter Telefon (05141) 32900. (jaf)

Von Jana Fürste