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Celle Stadt Hohe Pestizid-Belastung der Fuhse
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Hohe Pestizid-Belastung der Fuhse
16:49 27.02.2015
Von Simon Ziegler
"Belastungen machen an Kreisgrenzen nicht Halt": Bei Peine wurden hohe Pestizidkonzentrationen der Fuhse ermittelt. Das Foto zeigt die Fuhsemündung in die Aller.  Quelle: Benjamin Westhoff
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Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) warnt vor der hohen Belastung durch Pflanzenschutzmittel in mehreren Flüssen Niedersachsens. Insbesondere in der Fuhse seien besonders hohe Pestizidkonzentrationen festgestellt worden. „An der Fuhse müssen sofort weitere Einträge von Pflanzenschutzmitteln verhindert und geeignete Maßnahmen seitens der zuständigen Behörden ergriffen werden“, sagte Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler, Landesgeschäftsführer vom BUND Niedersachsen. „Die Untersuchungen geben Anhaltspunkte dafür, dass womöglich auch in viele andere Gewässer Pflanzenschutzmittel gelangen. Um dies zu überwachen, braucht es ein flächendeckendes Monitoring“, so der Umweltschützer.

Der BUND bezieht sich auf Messungen des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Dieser hat vor kurzem seine 2013 durchgeführten Untersuchungen zu 228 Pflanzenschutzmittelwirkstoffen in vier Gewässern veröffentlicht. Neben dem Bruchgraben bei Hildesheim und der Fuhse wurden angesichts der besonderen Bedingungen im Obstbau auch am Schöpfwerkskanal Hollern und der Steinkirchener Neuwettern im Alten Land bei Stade Proben genommen.

Besonders negativ aufgefallen ist die Fuhse. So wurden laut NLWKN bei Peine die Insektizide Thiacloprid und Imidacloprid mit einer bis zu 4500- und 6500-fachen Konzentration über der Bestimmungsgrenze festgestellt. Der BUND fordert daher die Verringerung des Pestizideinsatzes, strenge Kontrollen und das Verbot des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln an Gewässerrandstreifen.

Messwerte zur Beurteilung der Fuhse-Belastung im Bereich des Landkreises Celle liegen nicht vor. „Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die Belastungen nicht an den Kreisgrenzen Halt machen“, sagte Landkreis-Sprecher Holger Harms. Die Handlungsmöglichkeiten auf Seiten des Landkreises seien begrenzt, "da der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und auch Überprüfungen im Bereich der Landwirtschaft durch die Landwirtschaftskammern durchgeführt werden müssen".

Beim Unterhaltungsverband Fuhse will man die Daten nicht dramatisieren, weil die Bemessungsgrenzen lediglich die technischen Nachweisgrenzen sind. Dass die Werte aber viel zu hoch sind, sieht Steffen Hipp, verantwortlicher Ingenieur beim Unterhaltungsverband Fuhse, genauso. Das Problem sei schon lange bekannt. Aus seiner Sicht tragen die Landwirtschaft, die mit Pflanzenschutzmittel bearbeiteten Gleiskörper der Bahn sowie viele Kleingärten an der Fuhse zur hohen Belastung bei. Es müsse geklärt werden, woher die Belastung genau stamme. Erst dann könnten Schritte zur Verringerung der Pestizide eingeleitet werden, so Hipp.