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Celle Stadt Hohe Wende soll neuer Celler Stadtteil werden
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Hohe Wende soll neuer Celler Stadtteil werden
14:33 26.04.2013
Von Michael Ende
Noch gleicht die Kaserne an der Hohen Wende einer Geisterstadt. In Zukunft soll sie sich als lebendiger Teil in den Organismus der Gesamtstadt einfügen. Quelle: Peter Müller (Archiv)
Celle Stadt

Eine Geisterstadt in der Stadt - das ist die Kaserne an der Hohen Wende. Bisher war das Militärareal, das mit einer Fläche von 21 Hektar fast so groß wie die Altstadt ist, ein Fremdkörper im urbanen Organismus Celles. Das soll sich grundlegend ändern, bekräftigt Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende (SPD). Er hat einen seiner erfahrensten Leute auf das ambitionierte Konversions-Projekt angesetzt: Stadtplaner Wolfgang Schucht.

"Die Entwicklung der Hohen Wende ist von zentraler Bedeutung für die Stadt. Ich bin froh, dass dies parteiübergreifend so gesehen wird. Mit der Unterstützung der Politik konnte mein Vorschlag umgesetzt werden, dafür gezielt auch eine personelle Verstärkung zu erhalten", so Mende. Schucht sei der von Mende eingesetzte Projektleiter für die Konversion und damit derjenige, der auch den Prozess Hohe Wende zentral steuert. Schucht, bei dem alle Fäden zusammenliefen, sollte zunächst bis 2015 ein zusätzlicher Mitarbeiter zur Seite gestellt werden.

"Wir sind gemeinsam mit dem Landkreis Celle und dem Heidekreis auf dem Weg, Grundlagen für die Konversion zu erarbeiten!, sagt Mende. Zwei Pflöcke hat die Stadt bereits ins städtebauliche Neuland eingeschlagen: Auf 3,5 Hektar derzeitiger Sportplatz-Fläche soll sich das Holz-Zentrum Luhmann erweitern dürfen. Im Februar stellte die Politik die Weichen für eine Ansiedlung des städtischen Bauhofs auf einem Teil des Kasernengeländes. Nun wird an einer Machbarkeitsstudie gearbeitet. Dabei muss es auch um ein beunruhigendes Thema gehen - das der Altlasten. An der Hohen Wende trainierten Hitlers Wehrmachtssoldaten der „Nebeltruppe“ unter anderem den Gaskrieg. Ob sich Rückstände chemischer Waffen im Boden befinden, muss noch geprüft werden.

"Mit der Entwicklung der Firmenerweiterung Luhmann und der Vorbereitung zur Unterbringung unseres Bauhofs sind wir auf dem Weg, das Gelände zu entwickeln. Große Bereiche sind noch nicht beplant. Da ist noch vieles möglich", sagt Mende: "Ich warne aber vor der Erwartung, dass das alles über Nacht passiert. Unterschiedliche Nutzungen müssen sehr sorgfältig aufeinander abgestimmt sein.“

Mit dem Integrierten Entwicklungskonzept (IEK) für die Hohe Wende wird sich der Ausschuss für Stadtentwicklung und Bauen in seiner Sitzung, die am Donnerstag, 2. Mai, um 17 Uhr im Neuen Rathaus beginnt, beschäftigen. "Das IEK wird einen Weg aufzeigen, das Areal als einen Baustein im Stadtgefüge erleben zu können", heißt es seitens der Verwaltung. Ziel sei auch, die Öffentlichkeit in den Prozess einzubinden. Das IEK solle Wirtschaftlichkeit und Vermarktbarkeit kritisch betrachten und Anregungen zur Vermarktung liefern, um frühzeitig Investoren gewinnen zu können. Diese wichtige Aufgabe solle von einem Fachbüro erarbeitet werden. Michael Ende