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Celle Stadt Hoher Krankenstand bei der Stadt Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Hoher Krankenstand bei der Stadt Celle
18:22 06.12.2013
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Psychische Erkrankungen, körperliche Einschränkungen, Langzeiterkrankte – im Neuen Rathaus bewegen sich die Ausfalltage der städtischen Mitarbeiter auf einem hohen Niveau. Das Thema bewegt derzeit die Gemüter. Im Rahmen der Forderung der CDU, die Personalkosten auf einem Stand von 50 Millionen Euro pro Jahr einzufrieren, fürchten die Angestellten der Stadt eine weitere Arbeitsverdichtung mit weiteren krankheitsbedingten Ausfällen als Folge.

In einem interkommunalen Vergleichsring, dem elf Städte angehören und der von der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) betreut wird – ausgerechnet die Institution, mit der Verwaltung und Politik nun an einem XXL-Sparpaket für den maroden Haushalt basteln – misst sich Celle mit anderen Kommunen. Bei den Krankheitstagen liegt die Residenzstadt am Ende der Skala. "Im Durchschnitt haben wir 18 Krankheitstage pro Mitarbeiter. Damit liegen wir auf dem 10. Platz", erklärte Jockel Birkholz, Fachdienstleiter Personal bei der Stadt Celle.

Immerhin, der Krankenstand ist um 2,4 Tage gesunken, bei den Langzeiterkrankten liege man relativ gut und Celle befindet sich immer noch unter den Zahlen des Bundes oder denen des Verteidigungsministeriums mit 20,55 Tagen. Dennoch ist Birkholz nicht zufrieden. "Der Mittelwert im Vergleichsring liegt zwar bei 17 Tagen. Aber es gibt auch Kommunen mit nur 12 Krankentagen“, berichtete der Fachdienstleiter Personal.

Birkholz macht "etliche Sparrunden" und damit einhergehende Änderungen der Aufgabenorganisation verantwortlich für eine Arbeitsverdichtung im Neuen Rathaus. "Es gibt erhöhte Anforderungen, permanente Email-Erreichbarkeit ist eine zusätzliche Belastung. Viele können nicht stop sagen, wollen sich nicht eingestehen, dass die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit erreicht ist."

Betrifft dies vor allem den Bürosektor, so gibt es auch Probleme im "manuellen Bereich" wie etwa dem Bauhof. Durch jahrelange körperliche Arbeit hätten hier einige Mitarbeiter bereits gesundheitliche Einschränkungen davongetragen. Ein vollständiges Auskurieren der Krankheiten ließen einige Kollegen nicht zu. Bevor das schmale Krankengeld drohe, kommen sie wieder zur Arbeit zurück, obwohl sie noch nicht vollständig gesund seien.

Für den anstehenden Winterdienst etwa wiesen von 200 Mitarbeitern ein Viertel körperliche Einschränkungen auf, so Birkholz. In der Konsequenz könnte dies bedeuten, dass man sich bei einem strengen Winter die Leistung von außen einkaufen müsse.

Birkholz will den Vergleichsring nutzen, um von den anderen Kommunen zu lernen. "Wir machen schon einiges im Rahmen unseres Gesundheitsmanagements, aber wir müssen noch mehr tun, um die Krankentage zu reduzieren", konstatierte der Fachdienstleiter Personal mit Blick auf die Zukunft.