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Celle Stadt Holocaust-Gedenktag in Celle: Billunger lassen 200 Ballons steigen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Holocaust-Gedenktag in Celle: Billunger lassen 200 Ballons steigen
17:14 27.01.2014
Von Christopher Menge
Bunte Vielfalt zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Die Schüler des Hermann-Billung-Gymnasium ließen Schmetterlinge, die an Luftballons befestigt waren, steigen. Quelle: Benjamin Westhoff
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Gedichte über Schmetterlinge zu schreiben oder welche zu malen war eine Möglichkeit, die Juden in Ghettos nutzten, um sich eine bunte Vielfalt der Welt zu erhalten. Das Gedicht „Der Schmetterling“, das der Jude Pavel Friedmann am 4. Juni 1942 in Theresienstadt schrieb, war die Grundlage für dieses Projekt. Ehe sich die Schüler ans Basteln machten, hatten sie mit ihren Geschichtslehrern das Gedicht und die Hintergründe besprochen.

Den achten und neunten Klassen des HBG wurde das Thema „Nationalsozialismus“ anhand eines Zeitzeugen-Vortrags nahe gebracht. Ralph Hirsch, der in Celle lebt, emigrierte 1940 wie 18.000 weitere Juden nach Shanghai. „Durch die gezielte Nazi-Politik wurde das Leben für die Juden zwischen 1933 und 1938 zunehmend unangenehmer, teurer, eingeschränkter und unsicherer“, erzählte der 83-Jährige den Schülern, „mein Vater entschied sich darum, Deutschland zu verlassen.“

In seiner Erzählung ging Hirsch auch auf die wichtigsten Daten und traurigsten Kapitel der deutschen Geschichte ein. „Die Konzentrationslager waren ein wichtiger Teil des Terrors der Nazi-Regierung“, so Hirsch. Ihren Blick auf die Gegenwart richteten die Zehntklässler, die sich mit dem Phänomen des Rechtsradikalismus heute auseinandersetzten. „Im Schulalltag spielt das bei uns aber glücklicherweise keine Rolle“, sagte der stellvertretende Schulleiter Robert Baberske. Damit das so bleibt, setzten sich die Billunger mit dem Nationalsozialismus in vielfältiger Art auseinander.