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Celle Stadt Horte: Celle hofft auf mehr Geld
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Horte: Celle hofft auf mehr Geld
18:24 03.03.2015
Von Gunther Meinrenken
Die Hortbetreuung ist in Celle an die Schulen verlagert worden. Dafür gibt es vom Land derzeit noch kaum Zuschüsse. Quelle: Uwe Anspach
Celle Stadt

Politik schreitet oft nur in kleinen Schritten vorwärts. Um etwas zu erreichen, braucht es einen langen Atem, viel Geduld und einen gehörigen Schuss Beharrungsvermögen. Das zeigt sich im Augenblick bei einer Diskussion um die Finanzierung der Hortbetreuung. Seit Jahren möchten hier die Städte, darunter auch Celle, dass das Land sich stärker engagiert. Jetzt zeichnet sich ein erster Erfolg ab.

Celle gilt quasi als Vorreiter einer Entwicklung, bei der die Horte weg von den Kindertagesstätten an die Schulen verlagert wurden. Dies geschah mit Einführung der Ganztagsgrundschulen im Jahr 2008. "Horte an den Kindergärten passten bei der an den Schulen angebotenen Ganztagsbetreuung nicht mehr richtig ins System", sagt Celles Sozialdezernent Stephan Kassel. Das Problem ist nur: Horte sind an das Kindertagesstättengesetz angebunden. Die in Celle geborene Idee galt zwar als innovativ, nur gelohnt hat es der Residenzstadt niemand. Auf den Kosten für die insgesamt zwölf Horte im Stadtgebiet bleibt das Neue Rathaus fast alleine sitzen.

"Um in den Genuss des Landeszuschusses zu kommen, müssen wir pro Woche pro Hort auf eine Betreuungszeit von 20 Stunden kommen. Das schaffen wir nur bei dem Hort in der Altstädter Schule, in dem auch die Ferienbetreuung stattfindet", erläutert Michael Kessel, Abteilungsleiter Kindertagesbetreuung bei der Stadt Celle. Die restlichen elf Einrichtungen kämen bei Öffnungszeiten von Montag bis Donnerstag, 15.30 bis 16.30 Uhr, und Freitag, 12.30 bis 16.30 Uhr, nur auf acht Stunden.

Das bedeutet: Von den 170.000 Euro Personalkosten pro Jahr bekommt die Stadt nur 13.000 Euro vom Land erstattet. Den Rest zahlt die Stadt selbst aus Mitteln der Jugendhilfe. Abgesehen stecke die Stadt bereits 200.000 Euro aus den Stadtteilprojekten in die Nachmittagsangebote an den Schulen, "weil dort die Kinder sind", wie Kassel erklärt.

"Uns geht es dabei in erster Linie noch nicht einmal um das Geld. Vielmehr wollen wir, dass die frühkindliche Bildung bis zum Ende der vierten Klasse als System gedacht wird", betont Kassel, der den Niedersächsischen Städtetag hinter sich weiß. Zusammen mit anderen Kommunen und Vertretern des Landes ist eine kleine Arbeitsgruppe gegründet worden und hier scheint sich jetzt langsam eine Lösung im Sinne der Städte abzuzeichnen.

Die niedersächsischen Städte wollen die Novelle des Kita-Gesetzes dazu nutzen, die Zuständigkeit der Horte an den Schulen zu verankern. Dann wäre das Land für deren Finanzierung zuständig. Klar, dass man unter diesen Voraussetzungen in Hannover keine großen Versprechungen machen möchte. Doch nach Auskunft von Kassel sei man sich fachlich mit dem Kultusministerium einig. "Beiden Seiten ist klar, dass es eine politische Grundsatzentscheidung des Ministeriums dazu gebe muss", so Celles Sozialdezernent. Im März soll es einen Referentenentwurf zum neuen Kita-Gesetz, das zum 1. August 2016 in Kraft treten soll, geben. Kassel hofft, dass es bis dahin schon einen Fingerzeig geben könnte.