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Celle Stadt Hotelübernachtungen: Celle schwächelt im Vergleich
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Hotelübernachtungen: Celle schwächelt im Vergleich
20:35 22.05.2015
Celle Stadt

Lüneburg hat etwas, was Celle nicht hat: Täglich flimmern die pittoresken Ansichten der Stadt über den Fernsehbildschirm. Die seit 2006 laufende Telenovela „Rote Rosen“ ist für die Uni-Stadt kostenloses Marketing. Das hätte Celle angesichts schrumpfender Tourismus-Etats auch gern, erzählt Bernd Zobel (Grüne). Er ist der Vorsitzende im Aufsichtsrat von Tourismus und Stadtmarketing Celle (TSC).

Den "Touri-Bonus" belegen auch Zahlen des Landesamtes für Statistik. Fällt die Celler Auslastung von Hotels und Pensionen für 2014 mit 38,5 um zwei Prozentpunkte unter 40 Prozent, so liegt Lüneburg mit knapp 49 Prozent weit vor anderen Städten mit vergleichbarer touristischer Relevanz in Niedersachsen. Dennoch bewertet der Erste Stadtrat Thomas Bertram die durchschnittliche Auslastung der Schlafgelegenheiten in Celle als „gut“. So liegt die Residenzstadt noch oberhalb des Landesmittels. Doch Hameln, Hildesheim und Wolfenbüttel holen auf, Lüneburg legt weiter vor. Die Zahlen von Jugendherbergen, Campingplätzen und Tagungsstätten sind in die Grafik miteinbezogen.

Die Celler Hotellerie spürt, dass die Bedeutung von Messen in Hannover schwindet. „Es schlägt sich zum Beispiel nieder, dass aus der ehemalige Besuchermesse Cebit eine Fachmesse geworden ist“, erklärt Zobel. Begrüßten die Veranstalter 2008 noch etwa 495.000 Besucher, so waren es 2014 nur noch 210.000. Doch auf diesen Rückgang im Geschäftstourismus „haben wir im Marketing wenig Einfluss“, beteuert auch Tourismuschefin Marianne Krohn. Dazu tue die Russlandkrise bei Geschäftsreisen der Ölindustrie ihr Übriges. Wünschenswert für Celle wäre ein weiteres Mittelklassehotel in der Nähe der Congress Union, so Zobel. Da gebe es weiter Nachfragen.

Zu schaffen mache dem Beherbergungsgewerbe auch die unterschiedliche Auslastung übers Jahr verteilt. „Aus Kapazitätsgründen sind viele Veranstalter in den letzten Jahren in das Celler Umland gegangen“, so Krohn. Dort würden gerade Reisegruppen, die nicht so viel Geld pro Nacht und Bett ausgeben wollen, fündig, sagt Zobel. Privatleute recherchierten lieber online als in der Touristinfo.

Im Vergleich am besten schneidet Celle nach wie vor bei den ausländischen Gästen ab. Mit mehr als 63.000 Übernachtungen liegt die Stadt hier an der Spitze, vor Hildesheim mit rund 49.000 und Lüneburg mit 22.000 Übernachtungen. Doch wird hier das Niveau von vor fünf Jahren erreicht. Für eine Prognose für das laufende Jahr sei es noch zu früh, Ende Juni werden neue Zahlen vorliegen.

Von Dagny Rößler