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Celle Stadt Hunde jagen Schwäne am Allerufer
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Hunde jagen Schwäne am Allerufer
19:58 26.02.2010
Celle Stadt

Wirbel um die Schwäne auf der Aller: Am Mittwochmorgen wurden die Wasservögel nach Angaben von Roman Thönies, Leiter des Celler Tierheims, von zwei Dackeln und einem Jagdhund während der Fütterung aufgescheucht. Thönies sieht in dem Vorfall eine Verbindung zum Verhalten der Tiere in den vergangenen Tagen.

Während der Fütterung hätten sich am Mittwoch zwei ältere Damen über die Pfennigbrücke den Tieren genähert. Ihre Hunde, zwei Dackel und ein Jagdhund, seien nicht angeleint gewesen. „Sie haben die Tiere auf die Vögel zustürmen lassen“, beschreibt Thönies die Situation. „Es kam kein Kommando zurück“, so der Leiter des Celler Tierheims. Im Gegenteil: Während die Hunde den Schwänen hinterher jagten, hätten sich die beiden Damen amüsiert. Wutentbrannt sei er dann aus dem Auto gestiegen und habe sie ruppig gefragt, was ihnen einfiele. Aufgrund von Futtermangel seien die Wasservögel derzeit sehr geschwächt. Wenn sie dann hochgejagt werden, bedeutete das eine große Anstrengung.

Thönies glaubt nun, dass dieser Vorfall sich bereits öfter wiederholt hat – und auch schon Opfer forderte. „Am Dienstag haben Passanten einen toten Jungschwan am Allerwehr entdeckt.“ In Boye hätten weitere Spaziergänger einen völlig erschöpften Jungschwan auf einem Feld gefunden. Ein weiteres Tier, vermutlich ein Elternteil der Jungschwäne, habe am Montag vor dem Amtsgericht für Verwirrung gesorgt. „Der Schwan muss gestört worden sein und hat daher die Aller verlassen“, behauptet Thönies.

Der Leiter des Celler Tierheims vermutet nun einen Zusammenhang mit der Hundeattacke. „Vielleicht ist das bereits häufiger passiert“. Dies würde seiner Meinung nach erklären, wieso man die Schwäne über das Stadtgebiet verteilt gefunden habe. Fest steht zumindest, dass die Hunde dort nicht hätten frei laufen dürfen: Nach Angaben der Stadt Celle gilt diese Region seit August 2007 als Naturschutzgebiet, in dem ständig Leinenzwang herrscht.

Nabu-Vogelexperte Ulrich Pittius steht einem Zusammenhang der Vorfälle skeptisch gegenüber. „Die tatsächliche Todesursache des Schwans am Allerwehr ist fraglich“, so Pittius. Eine Infektion, übertragen durch einen Hundebiss, könnte auch für den Tod verantwortlich sein.“ Laut Thönies hat der tote Schwan jedoch keine Bissspuren aufgewiesen. Die regelmäßige Fütterung spricht laut Pittius ebenfalls gegen einen Zusammenhang. Wahrscheinlich seien die Vögel dort in guter Verfassung, sodass das reine Aufscheuchen den Tieren nicht zusetzen dürfte.

Von Christian Uthoff