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Celle Stadt IGS und Gymnasien wachsen im Kreis Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt IGS und Gymnasien wachsen im Kreis Celle
10:16 21.10.2016
Von Christopher Menge
Quelle: CZ
Celle Stadt

Reinhard Toboll, der Schulamtsleiter des Landkreises Celle, hat sich in den vergangenen Tagen mit den Geburtenraten beschäftigt. Zwischen dem 1. Oktober 2015 und dem 30. September 2016 wurden im Landkreis Celle insgesamt 1545 Kinder geboren – und damit 79 Kinder weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Wenn die Jungen und Mädchen in sechs Jahren zur Schule kommen, werden also rein rechnerisch drei Klassen – in der Fachsprache Züge genannt – weniger benötigt. Zwar hat der Landkreis für die Grundschulen nicht die Trägerschaft, aber wenn die Kinder in die fünfte Klasse kommen, muss der Landkreis einen Schulplatz bereitstellen.

„Die Zahlen muss man im Blick haben“, sagt Toboll, „wir können ja keine Schule bauen, die wir in ein paar Jahren gar nicht benötigen.“ Was die Zahlen aber nicht aussagen können, ist, welche weiterführende Schule die Schüler einmal besuchen wollen. Derzeit liegt die IGS im Trend. 174 neue Fünftklässler hat die Gesamtschule in diesem Schuljahr dazubekommen. Mit 523 Schülern hat die IGS damit jetzt schon mehr Schüler als die Oberschulen Bergen und Flotwedel. „Knapp 100 Schüler mussten abgewiesen werden“, berichtet Toboll. Im nächsten Jahr könnten es noch mehr sein: „Da G9 kommt, müssen wir prüfen, ob wir weiterhin sechs Züge gewährleisten können“, sagt Toboll. Über die Installation weiterer Gesamtschulen im Landkreis wird sich die Politik weiterhin Gedanken machen. Die Einrichtung würde aber wohl mindestens zwei Jahre dauern.

Im Gegensatz zu den Oberschulen und den Gymnasien ist die IGS eine Angebotsschule, ein Anspruch auf einen Platz besteht dort nicht. Wenn ein Kind dagegen auf eine Oberschule oder ein Gymnasium gehen will, muss der Landkreis einen Platz zur Verfügung stellen. Dieser muss allerdings nicht im Wohnort liegen. So kommt es, dass Celler beispielsweise in Wathlingen oder im Flotwedel beschult werden. Manche Eltern wählen aber auch bewusst eine bestimmte Schule, weil ihnen das Profil besonders zusagt.

Die vor einigen Jahren schon totgesagte Oberschule Flotwedel hat sich somit bei den Schülerzahlen stabilisiert. „Neben der Verbundenheit im Ort liegt das auch an unserer Arbeitsweise“, sagt der Schulleiter Paul Zeblewski, „wie an einer IGS arbeiten wir jahrgangsübergreifend.“ Die Beratung der Eltern sei zudem viel intensiver. Zehn Schüler aus Celle haben sich in diesem Sommer für die Oberschule Flotwedel entschieden.

Bei Berger Schülern ist die Oberschule Hermannsburg weiterhin beliebt, was dazu führt, dass die Anne-Frank-Oberschule Bergen wieder nur drei neue Züge hat. „Ich würde mir in der frisch sanierten Schule mehr Schüler wünschen“, sagt Toboll, „aber man kann das nicht steuern, schließlich haben wir bei den Oberschulen eine freie Schulwahl.“ Stolz können die Oberschule Westercelle, die Oberschule Lachendorf und die Schule im Allertal in Winsen auf ihre weiterhin hohen Anmeldezahlen sein. An der Oberschule Celle II werden keine Fünftklässler mehr eingeschult, weil die Schule 2019 schließen soll.

Nicht sehr erfreulich ist aus Sicht des Landkreises die Anmeldezahl an der Oberschule Wathlingen. „Da haben sich nur 72 Schüler angemeldet, dabei wäre viel mehr Platz“, sagt Toboll. Schulleiter Andreas Gantz hat zwei Gründe dafür ausgemacht. „Zum einen merken wir die IGS, zum anderen haben wir fünf Prozent mehr Anmeldungen an den Gymnasien“, so der Schulleiter, „wir sind mit 45 Prozent aber immer noch die beliebteste Schulform in der Samtgemeinde Wathlingen, 43 Prozent gehen zum Gymnasium und 12 Prozent zur IGS.“

Außer dem Gymnasium Ernestinum, das aber stabil bei vier Zügen bleibt, haben alle Gymnasien Schüler hinzugewonnen. Beim Hermann-Billung-Gymnasium – inzwischen die größte Schule des Landkreises – und beim Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasium genehmigte der Landkreis aufgrund der großen Nachfrage fünf statt der üblichen vier Züge.