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Celle Stadt „Ich könnte Gerd für immer zuhören“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Ich könnte Gerd für immer zuhören“
19:19 30.09.2018
Moderatorin Jessy James LaFleur und Gerd Molsen verbrachten mit den Zuschauern einen amüsanten und informativen Abend. Quelle: Anke Schlicht
Celle

„Ja, ich habe Angst vorm Sterben, aber nicht so große Angst davor, Krebs zu bekommen“, sagt einer, der sich tagtäglich mit Tumor-Erkrankungen auseinandersetzt. Wenn der VHS-Talk, wie am Freitagabend, in den Räumen des Onkologischen Forums stattfindet und dessen Vorstandsvorsitzender Dr. Gerd Molsen Rede und Antwort stehen muss, dann nimmt das Gespräch zwangsläufig irgendwann Kurs in Richtung Abschiednehmen von der Welt.

Die Fragen von Moderatorin Jessy James LaFleur zum Auftakt des zweiten Teils treffen die rund 40 Zuhörer nach einem gleichermaßen amüsanten wie informativen ersten Part mit etlichen Lachern unvermittelt. Die Arbeit des Onkologischen Forums mit seinen zwei Säulen der Beratung sowie der palliativen ambulanten Begleitung berührt die großen Themen des Lebens. Neben der Moderatorin stellt auch das sehr interessierte Publikum seine Fragen und sprengt mit mancher zu Sterbe- und Erkrankungsraten oder Sinnhaftigkeit von Therapien den Rahmen eines Unterhaltungsformates – eine Herausforderung für den Mann des Abends. Wieso dieser nicht nur Arzt von Beruf ist, sondern in der Medizin seine Berufung gefunden hat, ist ablesbar an der Qualität seiner Reaktionen. Einzelnes lässt er unkommentiert – wenn er antwortet, wird Sachkenntnis von Wärme, Sensibilität und Trost begleitet.

Für den jahrzehntelang als Landarzt in Lachendorf tätigen 68-Jährigen haben Krankheit und Vergänglichkeit längst die Düsternis verloren, aber Verständnis für den Laien, dem diese Auseinandersetzung fehlt, ist ihm nicht abhanden gekommen. „Man muss sich mit der Endlichkeit des Lebens beschäftigen, akzeptieren, dass man nicht ausweichen kann, sie gehört dazu“, rät der Mediziner, dem eine akademische Laufbahn nicht in die Wiege gelegt wurde. Zum Glück für alle Lachendorfer und Celler Patienten hat eine Hürde, die eigentlich Qualität sichern soll, den Arzt aus Leidenschaft nicht verhindert. „Den Numerus clausus habe ich nicht geschafft“, gibt Gerd Molsen offen zu.

Er spricht nach eigenen Worten nur ungern über sich selbst, erweist sich jedoch beim Kurzabriss seiner Biographie als so eloquenter und unterhaltsamer Erzähler, dass Jessy James LaFleur ebenso treffend wie spontan ausruft: „Ich könnte Gerd für immer zuhören.“

Von Anke Schlicht

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