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Celle Stadt Igeln über den Winter in Celle helfen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Igeln über den Winter in Celle helfen
14:42 30.10.2015
Der Winterschlaf vieler Igel naht. Sehr kleine Tiere oder kranke Igel brauchen Hilfe, um den Winter überleben zu können. Quelle: Karl-Josef Hildenbrand
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Wenn die Dämmerung einsetzt, werden sie aktiv und gehen auf Futtersuche – Igel. Die kleinen Stachelritter sind gern gesehene Gäste in Gärten. Wenn die Temperaturen nachts längerfristig auf fünf Grad sinken, beginnen Igel mit dem Winterschlaf. Spät geborene Igel müssen ihr Gewicht mindestens auf 500 Gramm verdoppeln, um es gefahrlos durch den Winterschlaf zu schaffen. Diese kleinen Igel haben es jedes Jahr am schwersten und müssen meist von Menschen aufgenommen werden, um den Winter zu überleben.

In diesem Jahr ist es besonders schlimm, weil die kühlen Temperaturen zu früh dran sind. Die erste Maßnahme beim Finden eines sehr kleinen oder kranken Igels sollte immer sein, eine Igelstation um Rat zu bitten, empfiehlt Anne Melchior, Vorsitzende des Tierschutzvereins „Scotty‘s Freunde“. Sie leitet in Meißendorf eine Igelstation, peppelt abgegebene Tiere auf und sorgt dafür, dass die Stachelritter heile über den Winter kommen.

„Wir können nur dringend davon abraten, dass Laien einen Igel ohne fachlichen Rat selber versorgen. Man kann vieles falsch machen“, so Melchior. Naturnahe Unterschlupfmöglichkeiten im Garten dienen manch einem Igel als Winterquartier. Natürlich dürfen dort aber keine Gifte und Dünger eingesetzt werden.

„Gerade junge Igel sind auch tagsüber unterwegs. Erwachsene Igel, die tagsüber unterwegs sind, sind oft krank. Einen kranken Igel erkennt man beispielsweise daran, dass er ausgemergelt aussieht, schwer atmet, mitten auf dem Rasen liegt oder seine Reaktionen schlecht sind“, weiß Melchior.

Ist ein Igel unterkühlt, dürfe er zunächst weder Futter noch Medikamente bekommen, da sonst ein Kreislaufzusammenbruch drohe. Der Igel müsse dann erst langsam mit einer lauwarmen Wärmflasche aufgewärmt werden.

Damit sich Igel nun noch genügend für den Winterschlaf anfressen können, rät die Leiterin der Igelstation, mit Katzendosenfutter, am besten mit etwas Weizenkleie, zuzufüttern. Es dürfen keinerlei Milchprodukte gefüttert werden, die könnten den Igel umbringen. Als Getränk sei Wasser am besten, auf keinen Fall Milch.

„Alle Igel, die jetzt noch unter 400 Gramm haben, haben kaum noch eine Chance, wenn sie in der Natur bleiben. Sie müssen aufgenommen werden und den Winter in Menschenhand verbringen. Wenn der Igel nicht verletzt ist, gibt es zunächst keinen Grund, ihn zu einem Tierarzt zu bringen. In jedem Fall sollte man Kontakt zu einem Fachmann oder einer Igelstation aufnehmen“, sagt Melchior.

Dort gibt es dann Tipps, wie man einen Igel artgerecht durch den Winter bringt, wenn Igelstationen bereits überfüllt sind. Im Landkreis Celle gibt es in Meißendorf eine Igelstation. Das Waldtierheim Celle nimmt im Notfall auch kleine Igel auf. In Ummern gibt es eine weitere Auffangstation. Alle Leiter der Stationen geben Auskunft, welche Schritte nötig sind, um dem Tier zu helfen.

Bei Fragen helfen Anne Melchior von der Igelstation Meißendorf unter ☏ (05056) 971263, Martina Schulenburg von der Igelstation Ummern unter ☏ (05083) 1648 und der Verein aktiver Tierfreunde Celle unter ☏ (05141) 32900 weiter.

Von Jessica Poszwa