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Celle Stadt Im Einklang mit dem Hund: Beratung für Hundebesitzer im Celler Tierheim
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Im Einklang mit dem Hund: Beratung für Hundebesitzer im Celler Tierheim
00:23 04.06.2016
Celle Stadt

Fröhlich läuft „Odin“ über die abgezäunte Wiese im Celler Tierheim. Der Dobermann möchte spielen und springt dazu Tierheimleiter Roman Thönies immer wieder an. Als „Odin“ zu wild wird, reichen eine Handbewegung von Thönies und ein Kommando, und der Hund stoppt und setzt sich ruhig vor ihn hin. „Genau das müssen wir jetzt üben. Wenn er sich beim Spielen so hochpusht, müssen Sie lernen, das Kommando richtig einzusetzen“, sagt Thönies zu Heike Hüsig, Besitzerin von „Odin“.

Hüsig ist bei Thönies in der Beratungssprechstunde für Hundebesitzer, weil sie und ihr Dobermann manchmal um die Macht kämpfen, erzählt sie. „Manchmal will er seinen Kopf durchsetzen und hört dann nicht auf uns“, sagt Hüsig. Die Cellerin hat „Odin“ mit ihrem Mann und Sohn im Dezember aus dem Tierheim geholt und seitdem hat der Dobermann ein neues Zuhause bei der Familie gefunden.

„Jeder Hund verdient eine Chance. Wir lieben ‚Odin‘ und werden ihn auf keinen Fall wieder hergeben. Ich merke, dass er einen starken Beschützerinstinkt hat und uns nicht verlieren will“, sagt die Cellerin. Der Hund könne nicht damit umgehen, wenn Frauchen und Herrchen den Raum verlassen und er dort zurückbleibt.

„Dobermänner leiden sehr unter Trennungsangst und bei ‚Odin‘ ist das wegen seiner Vergangenheit noch ausgeprägter“, erzählt Thönies. Der heute vierjährige Hund hat unter anderem miterlebt, wie sein Besitzer verstorben ist und ist ins Tierheim gekommen.

„Wir werden jetzt üben, die beiden in Einklang zu bringen. Frau Hüsig muss erkennen können, wann ‚Odin‘ bockig wird, und muss dann schneller sein mit ihren Kommandos“, sagt der Tierheimleiter. Zunächst arbeiten sie an der Grundordnung.

„Auch die Leine darf man nicht so stramm halten, das baut Spannung auf. Man muss ihm so viel Freiheit wie möglich geben, nur dann lernt er auch, auf Kommandos zu hören. Am besten sind auch Ketten-Halsbänder, die nicht so einschneiden“, erklärt Thönies, der Hüsig nun die richtige Leinentechnik zeigt, bei der sie nicht so brüllen muss. „Wir kriegen das hin. ‚Odin‘ kann das alles schon, weil wir das damals trainiert haben, jetzt muss er nur auch auf die Kommandos der Familie hören“, sagt der Tierheimleiter.

Auch Christoph Glombek war mit seinem Mischlingshund „Karo“ bei Thönies in der Hundeberatung und ließ sich Tipps geben. Der Tierheimleiter freut sich, dass die Beratung so gut angenommen wird. „Man muss sich in den Hund hineinversetzen, um ihn zu verstehen. Die Besitzer müssen selbstsicher auftreten. Körpersprache ist wichtig. Jedes Tier ist eine Persönlichkeit, auf die man individuell eingehen muss“, sagt Thönies.

Beratungssprechstunde für Hundebesitzer bei Roman Thönies im Celler Tierheim, Garßener Weg 10, immer donnerstags von 14.30 bis 17 Uhr. Die Beratung ist kostenlos, das Tierheim freut sich aber über eine kleine Spende.

Von Jessica Poszwa