Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Im Ernstfall gut zusammenarbeiten
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Im Ernstfall gut zusammenarbeiten
17:23 26.02.2012
Feuerwehrmann Rainer Runtze erkl‰rt Celler Notfallseelsorger die moderne Technik der Feuerwehr. Inge Matern (links) und Helke Ricker gehˆren zu den vier Notfallseelsorerinnen im Team der Celler Notfallseelsorge Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

Er ist einer von 15 ehrenamtlichen Helfern, die versuchen, Opfern und Hinterbliebenen aber eben auch den Feuerwehrleuten in den ersten schweren Stunden nach einen Unglück beizustehen. Am Anfang der Woche trafen sich 30 leitende Feuerwehrleute und 12 der Notfallseelsorger in der Celler Hauptwache, um die Zusammenarbeit weiter zu verbessern.

So sollen laut Schmidt-Seffers Situationen wie vor einigen Wochen in Langlingen vermieden werden. Dort war es zu einem Großbrand gekommen und über eine Stunde gab es für die Brandbekämpfer keine Klarheit darüber, ob sich noch Kinder in dem brennenden Haus befinden. Da wäre es aus Sicht von Inge Matern, Pastorin in der Neustadt und Koordinatorin der Notfallseelsorge, gut gewesen, wenn auch ein Notfallseelsorger für die Rettungskräfte dabei gewesen wäre. „Es geht nicht darum, dass bei allen Einsätzen der Feuerwehr immer die Notfallseelsorge anwesend ist. Wichtig ist nur, dass alle Einsatzkräfte wissen, dass die Notfallseelsorge den Rettern den Rücken freihalten kann und als Ansprechpartner zur Verfügung stehen“, sagte Matern. Beim Brand in Celle diese Woche hat das gut funktioniert.

Seit dem ICE-Unglück in Eschede 1998 hat die Notfallseelsorge laut Schmidt-Seffers immer mehr an Bedeutung gewonnen. Trotzdem war noch nicht allen Einsatzleitern der Feuerwehr deutlich, wie genau Helfer mit den Pastoren, Diakonen und kirchlichen Mitarbeitern ihre Arbeit organisieren. Matern erläuterte, dass die Kirchenleute wie die Feuerwehrleute ihre Arbeit ehrenamtlich tun. „Für jeweils eine Woche übernimmt ein Notfallseelsorger die Rund-um-die Uhr-Rufbereitschaft. Wenn die Notfallseelsorge von der Einsatzleitstelle des Landkreises angefordert wird, versuchen wir zunächst, die Kollegen vor Ort zu informieren; wenn das nicht funktioniert, dann rücken die Notfallseelsorger aus“, erklärte Matern.

Bei dem Treffen ging es genau darum zu erfahren, wie die andere Gruppe arbeitet, um die Schnittstellen so passgenau wie möglich zu machen.

„Wir haben zum Beispiel nochmal sehr eindringlich erfahren, welchen hohen Organisationsgrad die Wehren haben und wie komplex ein Einsatz abläuft. Das hilft auch uns, denn wir wollen schließlich nicht den Feuerwehrleuten bei Einsatz im Weg rumstehen“, sagt Schmidt-Seffers.

Es geht aber eben nicht nur um die Opfer, sondern auch um die Betreuung der Helfer. Wie wichtig die seelische Betreuung beider Beteiligten bei einem Unglück sind, betonte eine Reihe von Brandmeistern der Feuerwehr. „Niemand von uns behauptet mehr, dass es darauf ankommt, eine harte Sau zu sein“, sagte einer. „Wir haben erkannt, dass es kein Zeichen von Schwäche ist, wenn ein Helfer darüber spricht, was in ihm vorgeht.“

Von Tore Harmening