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Celle Stadt Im Landkreis Celle sieht es überall so aus: Trucker lassen Müll zurück
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Im Landkreis Celle sieht es überall so aus: Trucker lassen Müll zurück
17:49 20.01.2014
Brummifahrer hinterlassen ihre Notdurft Quelle: Ulrich Frassl
Celle Stadt

Essensverpackungen, mit Urin gefüllte Flaschen und jede Menge Taschentücher. Wenn die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Celle auf die Parkplätze im Landkreis kommen, fällt ihnen vor allem eines ins Auge – Müll. "Montags ist es besonders schlimm", erzählt Jürgen Schröder, Assistent im Betriebsdienst bei der Straßenmeisterei, "zwei Mal pro Woche werden die Parkplätze gesäubert. Pro Woche fallen zwei bis drei Kubikmeter Müll an – von Windeln bis Matratzen ist alles dabei."

Zumindest sei es aber besser geworden, seitdem die Mülleimer vor acht Jahren demontiert worden sind. "Vorher haben viele auch noch ihren Hausmüll abgeladen", erinnert sich Schröder. Gerade Lkw-Fahrer nutzen die Parkplätze aber für ihre Pausen und bleiben auch über Nacht, um ihre festgeschriebenen Lenkzeiten einzuhalten. Wie im Altenceller Gewerbegebiet am Bruchkampweg bekommen sie aber spätestens dann ein Problem, wenn die Blase drückt – eine Toilette gibt es nicht. Doch um die menschlichen Bedürfnisse macht sich kaum einer Gedanken.

Auch nicht die Speditionen. "Das hat mich noch nie jemand gefragt", sagte gestern ein Mitarbeiter der Jürgen Kolbe Spedition. Lkw aus diesem Fuhrbetrieb stehen oftmals im Altenceller Gewerbegebiet. "Wir haben viele Fahrer, die in Celle wohnen", sagte der Mitarbeiter, "die stellen dann da nur den Lkw ab." Außerdem gebe es in den Ladestellen im Landkreis Celle genügend Möglichkeiten, sein Geschäft zu verrichten. "Beschwerden sind mir nicht bekannt – unsere Fahrer kennen sich aus", sagte der Mann.

Aber scheinbar trifft das nicht auf alle Lastwagenfahrer zu. Nach dem CZ-Artikel zu den Hinterlassenschaften der Trucker meldeten sich mehrere Leser zu Wort. "In Altenhagen im neuen Gewerbegebiet ist es nicht besser", schrieb Susanne Willumeit auf der CZ-Facebookseite. Auch Tobias Kleist schrieb, dass es "fast überall in Celle" so aussehe. "Daran sind aber nicht nur die Lkw-Fahrer schuld", so Kleist, "jeder zweite entsorgt hier seinen Müll auf ungewöhnliche Art und Weise."

Hauke Timme nahm die Verwaltung in die Pflicht. "Da ist wohl die Stadt gefragt, vernünftige Parkmöglichkeiten zu schaffen", so Timme. Udo Mademann forderte an der Bundesstraße 214 einen "anständigen Rastplatz mit genug Parkmöglichkeiten, Verpflegung und sanitären Einrichtungen." Schließlich sei Celle durch die Industriegebiete auf die Zulieferer angewiesen.

Der Landkreis sieht auf seinen Parkplätzen entlang der Kreisstraßen unterdessen keine Probleme. Das sind allerdings überwiegend Flächen, die mit einem Lkw ohnehin schlecht zu erreichen sind – zum Beispiel Wanderparkplätze im Naturpark Südheide. "In der Heide-Saison im Sommer stellen wir immer Toilettenhäuschen auf", sagt Landkreis-Sprecher Holger Harms. Auch Mülleimer seien ausreichend vorhanden. "Unser Personal fährt die Parkplätze ab und kontrolliert sie auf Sauberkeit."

Anders sehen die Vorhaben im Berger Gewerbegebiet "Auf der Schanze" aus, das in diesem Jahr asphaltiert wird. Die Verwaltung habe sich etwas überlegt, damit es gar nicht erst zu Verschmutzungen komme, versichert der städtische Bauamtsleiter Manfred Baltzer. "Die Stellflächen werden insgesamt reduziert." Der Plan der Verwaltung: "Lkw-Fahrer sollen dann auf den Firmengeländen parken." Nebenbei könnten so auch Kosten reduziert werden. Baltzer: "Ein Dixi-Klo ist hier nicht erforderlich."

Von Christopher Menge und Carsten Richter