Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Celle Stadt Impfstoff für Säuglinge schmilzt in Celle dahin
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Impfstoff für Säuglinge schmilzt in Celle dahin
19:07 08.02.2010
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

In Celle wird langsam der Impfstoff für Säuglinge knapp. Nachdem die Pharmaindustrie vorgestern Lieferengpässe eingeräumt hat, schmilzt der Vorrat an Impfdosen dahin. In der Gemeinschaftspraxis von Kinderärzten am Neumarkt geht man davon aus, dass man noch zehn bis 14 Tage lang mit den gelagerten Stoffen hinkommt.

Es geht in erster Linie um zwei verschiedene Impfstoffe-Cocktails, die Kleinkindern im ersten Lebensjahr verabreicht werden. Zum einen ist dies ein Sechsfach-Impfstoff gegen Diphtherie, Keuchhusten, Tetanus, Polio, Hepatitis B und HIB (Haemophilus influenza b – verursacht zum Beispiel Hirnhautentzündung), der noch bei zwei weiteren Auffrischungen gespritzt wird und ein Vierfach-Impfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. „Von dem Sechsfach-Impfstoff haben wir noch 70 Dosen, von dem Vierfach-Impfstoff noch etwa 20“, meinte Dr. Christoph Brack von der Gemeinschaftspraxis am Neumarkt. Ihm ist es wichtig, die Erstimmunisierung der Kinder nicht aufzuschieben, damit zumindest ein grundlegender Schutz vorhanden ist. Das Problem: Erfolgen die Auffrischungen nicht in der erforderlichen Zeit, bleibt der Impfschutz zwar generell vorhanden, schwächt sich aber ab.

Ebenso wie bei Brack hat es auch bei Dr. Volker Dittmar noch keinen Ansturm besorgter Elternfragen gegeben. Beide Mediziner warnen vor Panikmache. Dittmar: „Dafür besteht kein Grund.“ Notfalls müssten Impfungen verschoben werden. Bei dem Vierfach-Impfstoff stelle sich die Situation ohnehin anders dar. „Hier gibt es Alternativen“, meinte Dittmar.

Der Kinderarzt sprach von einer „ärgerlichen, aber nicht dramatischen“ Situation. „Das passt in die ganze Aufregung und Hektik, die um die Schweinegrippe gemacht wurde“, spielte Dittmar darauf an, dass die Lieferengpässe bei den Kinder-Impfstoffen entstanden sind, weil das produzierende Pharmaunternehmen auf die Herstellung des Impfstoffs gegen Schweinegrippe umgeschwenkt ist.

Der Impfstoff für Säuglinge wird knapp. Noch, so sagen Celler Kinderärzte, sei die Situation nicht dramatisch.

Lieferengpass

bei Pharmafirmen