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Celle Stadt „Impuls“ auf Celler Allerinsel
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Impuls“ auf Celler Allerinsel
21:52 04.07.2014
Von Michael Ende
Marode Stützmauern sollen verschwinden: Noch in diesem Jahr will die Stadt im Hafen die Grundlagen für die Neugestaltung der Allerinsel legen. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

„Elegant über den Haufen geworfen“ habe das Land den Celler Zeitplan für die Hochwasserschutz-Arbeiten auf der Allerinsel, sagt Celles Stadtbaurat Ulrich Kinder. Doch der Umstand, dass das Land es versäumt habe, einen kontinuierlichen Fluss an EU-Fördermitteln für den Hochwasserschutz sicherzustellen, bedeute nicht zwangsläufig, dass auf der Allerinsel in diesem Jahr gar nichts geschehe. „Unter der Verzögerung bei den EU-Mitteln leiden alle Antragsteller“, so Kinder: „Wir haben auf der Allerinsel jedoch das Glück, dass wir uns außerdem noch aus dem Fördertopf Stadtumbau West bedienen können, und das ermöglicht es uns, die Entwicklung der Allerinsel auch 2014 voran zu bringen.“

In diesem Jahr solle der Fokus auf dem Bereich des Hafens und seiner unmittelbaren Nachbarschaft liegen, erläutert der Stadtbaurat. Dabei sei das Luftschloss einer schicken „Marina“ an der immer weiter versandenden Wasserstraße Aller schon vor Jahren zerplatzt – auch wenn es in einigen Köpfen immer noch herumspuke. Es gehe lediglich um eine technische „Ertüchtigung“ des bestehenden Hafens – schon von einer „Sanierung“ oder „Modernisierung“ zu sprechen sei viel zu hoch gegriffen, so Kinder: „Wir werden zum Beispiel die Stützmauern sanieren und an einer Seite einen treppenartigen Zugang zum Wasser schaffen – und somit auch gleich in diesem Teilbereich für Hochwasserschutz sorgen.“

Auf der Agenda stünden nun Vorarbeiten für die eigentliche Entwicklung der Allerinsel, so Celles oberster Stadtplaner Wolfgang Schucht: „Der Hafen ist ein besonders interessanter Bereich – von ihm soll ein Impuls ausgehen, der auf das Ganze abstrahlt. Wir wollen hier das Thema Wohnen am Wasser leben.“ Der entsprechende Bebauungsplan befinde sich „auf der Zielgeraden“.

Noch in diesem Jahr soll eine Erschließungsstraße gebaut werden, die dorthin führen soll, wo ebenfalls noch in diesem Jahr mit dem Bau des „Hauses der Vereine“ – in Verwaltungskreisen „Gemeinbedarfseinrichtung“ genannt – begonnen werden soll. Dieses Gebäude soll ungefähr dort entstehen, wo früher die mittlerweile abgerissene Lagerhalle der Union Schifffahrt stand. Hier sollen unter anderem der Yachtclub und die DLRG, deren Vereinsheime der Entwicklung weichen müssen, ein neues Zuhause finden – aber nicht nur sie: Das „Haus der Vereine“ solle auch Veranstaltungsräumlichkeiten enthalten, in denen vom Treffen von Volkshochschul-Gruppen über Ortsratssitzungen bis hin zu Bürgerversammlungen vieles möglich sein soll. „Hier soll ein echter Treffpunkt entstehen“, so Jens Hanssen, im Rathaus Fachbereichsleiter Straßen, Verkehr und öffentliche Einrichtungen.

Ebenfalls noch in diesem Jahr soll es weitere Abrisse auf der Allerinsel geben. Geplant ist der „Rückbau“ der Gebäude Hafenstraße 30 und 32. Die Botschaft sei klar, sagt Kinder: „Wir tun, was wir können, damit es auf der Allerinsel voran geht.“ Zur Not auch ohne EU-Mittel, deren Strom in Hannover stockt. Ob es in diese Jahr noch Geld für den Hochwasserschutz gibt, ist ungewiss. „Die operationellen Programme für die nächste EU-Förderperiode werden noch in diesem Monat durch die Landesregierung beschlossen – dann ist auch genau klar, wofür es künftig Fördermittel geben wird“, hatte der Celler SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt im Juni gesagt. Politiker von CDU und FDP hatten ihm und der Landesregierung vorgeworfen, für Desorganisation und die ärgerliche „Förderlücke“ nicht nur beim Hochwasserschutz verantwortlich zu sein.