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Celle Stadt Impuls fürs Celler Schlösschen-Umfeld
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Impuls fürs Celler Schlösschen-Umfeld
20:35 14.04.2016
Von Michael Ende
In der Nähe der ehemaligen Begegnungsstätte soll nach dem Willen der CDU eine Boule-Anlage für Leben sorgen. Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Dieses Areal, am direkten Übergang von der Altstadt zum Französischen Garten gelegen, beschäftigt seit geraumer Zeit den Ortsrat Altstadt/Blumlage, da die notwendige Sanierung der defekten Teichanlage die Stadtkasse überfordert. „Man würde zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, meint CDU-Ratsherr Tim Übermuth und erläutert: „Der im Jahr 2015 durch Sponsorengelder unterstützte Bau eines Boule-Platzes in der Sankt-Georg-Straße war ein richtiger Schritt. Er ist jedoch weder für mehr als sechs Spieler noch einen Verein als Spielfläche geeignet. Wir haben mit der neuen Boule-Fläche die Möglichkeit, unseren Bürgern einen Sport zu ermöglichen, der Jung und Alt verbinden und sogar ein Anziehungspunkt für Touristen sein kann. Gleichsam beseitigen wir kostengünstig und nachhaltig einen unschönen Bereich im direkten Umfeld des Französischen Gartens. Dieser wunderbare Ort muss eine Aufwertung erfahren.“

Der französische Nationalsport Boule kann ein Leben lang gespielt werden. Zumindest trifft das auf die am weitesten verbreitete Spielvariante Pétanque zu. Der Name leitet sich vom französischen „pieds tanqués“, zu deutsch „geschlossene Füße“, ab und bezieht sich auf die Abwurfposition. Seit Anfang der 60er-Jahre hat sich Pétanque in Deutschland verbreitet und hat auch in Celle eine ständig wachsende Anhängerschaft. Manchmal treten zwei Spieler gegeneinander an, meist aber sind es zwei gegen zwei oder drei gegen drei. Wer seine Kugel am nächsten zur Zielkugel platziert, gewinnt. Dabei wählt der Spieler zwischen „Legen“, dem Platzieren der Kugel, oder „Schießen“, dem Treffen einer gegnerischen Kugel.

„Ein Bouleplatz neben dem Kneippbecken stellt aus unserer Sicht sogar eine Abrundung des Sportentwicklungsplanes im Französischen Garten dar“, ergänzt Gevers und fügt an: „Boulesport darf nicht im Hinterhof stattfinden, sondern muss ganz präsent im Sichtkontakt mit den Besuchern erlebbar sein, dann kommen die Menschen zusammen.“

Die Kugel-Bahn könnte ein Impuls für das gesamte Umfeld des Schlösschens sein. „Das Areal zwischen Kinderspielplatz, Amphitheater – das mittlerweile ein regelrechtes Schattendasein führt – und Kneipp-Anlage braucht dringend eine Auffrischung“, sagt Übermuth. Tatsache sei, dass sich der Altersdurchschnitt der Anwohner im umliegenden Quartier Wehlstraße auch durch die nahen Seniorenwohnungen erheblich erhöht habe: „Im Gegensatz dazu steht die Umwidmung der Seniorenbegegnungsstätte zur Krippe der Kita Schlösschen. Meines Erachtens drängt sich hier eine Weiterentwicklung des Osttor-Areals des Französischen Gartens zu einer Begegnungsstätte von Jung und Alt geradezu auf.“ Man könnte Kooperationen von Kita und Seniorenresidenzen initiieren, schwebt Übermuth vor: „Dies könnte zum einen Vorurteile abbauen und andererseits dem demographisch bedingten Alltag der Vereinsamung im Alter begegnen. Dann wäre der geplante Bouleplatz vielleicht eine willkommene Initialzündung.“