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Celle Stadt Wird Mandy endlich gefunden?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Wird Mandy endlich gefunden?
17:29 03.01.2019
Von Christopher Menge
Seher Michael Schneider vermutet, dass die Leiche von Mandy Müller in einem Waldstück zwischen Ovelgönne und Wietze an der Bundesstraße 214 vergraben wurde.
Celle

Seit über zehn Jahren fehlt von Mandy Müller jede Spur. Die damals 18-jährige Nienburgerin verschwand am 13. September 2008 in Celle. Nach Ermittlungen der Mordkommission stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren im September 2011 ein. Danach galt Mandy Müller sechs Jahre lang "nur" noch als vermisst. 2017 nahm dann die "Mordkommission Mandy 2.0" ihre Arbeit auf. Wird in diesem Jahr endlich geklärt, was mit dem jungen Mädchen geschah? "Wir werden zeitnah erneut an die Öffentlichkeit treten", sagt Axel Bergmann, Pressesprecher der Polizei Nienburg, auf CZ-Nachfrage. Zu den Einzelheiten wollte er sich aber noch nicht äußern.

Seher Michael Schneider eingeschaltet

Dafür hat sich Michael Schneider erneut an die CZ gewandt. Der selbst ernannte Seher, der ehrenamtlich und unentgeltlich dabei hilft, Vermisste zu finden, war im Mai 2017 von Mandys Cousin und ihrer Tante eingeschaltet worden. Schneider nannte den Angehörigen koordinatengenau eine Stelle im Wald zwischen Wietze und Winsen, wo Mandys Leichnam vergraben sein soll. "Ich war mir damals aber schon unsicher", sagt Schneider nun. Er betont, dass er sich nie Gedanken zu möglichen Tätern mache.

Neuen Ort zwischen Ovelgönne und Wietze genannt

Die Polizei hatte an dem von ihm genannten Ort nicht gesucht. Der Seher ist daher nach eigener Aussage nochmal in sich gegangen und hat den möglichen Fundort des Leichnams modifiziert. "Ich bleibe bei dem groben Gebiet", sagt Schneider, der davon überzeugt ist, dass Mandys Leiche westlich von Celle im Wald vergraben wurde. Die neuen Koordinaten führen zu einer Stelle im Wald an der Bundesstraße 214 zwischen Ovelgönne und Wietze, also südwestlich vom zunächst genannten Ort. "Es ist ein mysteriöser Fall, der lange zurück liegt, und es ist schwierig, wenn man noch nie vor Ort war", sagt Schneider. "Aber hier lege ich mich jetzt fest."

Richtiger Hinweis bei Vermisstenfall in Rostock

Bei einem aktuellen Vermisstenfall habe er richtig gelegen. In Rostock war Silvester eine 43 Jahre alte Frau verschwunden. Daraufhin hatte Schneider der Polizei Rostock am 1. Januar eine E-Mail mit den Koordinaten des Ortes gesendet, wo die Vermisste liegen soll. Gestern wurde die Frau nun tot aufgefunden – nach Informationen der Bild-Zeitung in einem kleinen Wald im Rostocker Ortsteil Krummendorf, unweit eines Sendemastes. "Da lag ich exakt richtig", kommentierte Schneider. Stefan Baudler, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Rostock, bestätigte, dass der "Hinweis des Herrn Schneider bei uns eingegangen ist". "Diesem sind wir, wie anderen Hinweisen auch, nachgegangen", so Baudler. Angaben, wie weit Fundort und der genannte Ort auseinander liegen, machte er aber nicht. "Wir gehen von einem Suizid aus. Aus Rücksicht auf die Angehörigen machen wir zu weiteren Umständen keine Angaben", so der Pressesprecher.

Privatermittler versuchte schon sein Glück

Zurück zu Mandy Müller: Vor dem Seher hatte die Familie schon einen Privatermittler eingeschaltet. Doch auch er konnte das Rätsel um Mandys Verschwinden nicht lösen. Vielleicht schafft es in diesem Jahr die Polizei. Die Aussagen von Presseprecher Axel Bergmann machen auch dann Hoffnung, wenn man nicht an übersinnliche Kräfte von Michael Schneider glaubt.

Die Chronologie des Falls

13. September 2008: Die damals 18-jährige Mandy Müller fährt mit ihrem damaligen Freund von ihrem Wohnort Nienburg nach Celle. Um 20.18 Uhr telefoniert sie das letzte Mal mit ihrer Mutter.

14. September 2008: Aus dem Antennenbereich Adelheidsdorf wird um 3.27 Uhr die letzte SMS von Mandys Handy verschickt. Auch das Mobiltelefon von ihrem Freund wird hier zum letzten Mal geortet.

7./8. Oktober 2009: Die Polizei durchsucht das Haus des ehemaligen Freundes an der Birkenstraße in Celle. Sogar der Betonboden des Kellers wird aufgerissen. Gefunden wird nichts.

Februar und April 2010: Die Polizei durchsucht ein Waldstück zwischen Wittekop und Adelheidsdorf. Bekannt wird das allerdings erst bei einer CZ-Recherche im Jahr 2016.

September 2011: Die Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren ein.

Ab Februar 2016: Die CZ recherchiert und berichtet erneut zu dem Fall.

Seit 2017: Die Mordkommission „Mandy 2.0“ nimmt die Ermittlungen auf.

12. September 2017: Die Polizei öffnet ein Grab in Fummelse/Wolfenbüttel. Dort ist der Großvater des damaligen Freundes bestattet. Er wurde 2009 von einem Celler Friedhof umgebettet. Die Polizei findet weder Mandys Leiche noch neue Spuren.

19./20. September 2017: Die Polizei öffnet den Betonboden der Garage auf dem Grundstück an der Celler Birkenstraße. Gefunden wird nichts.

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