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Celle Stadt In Nobel-Herberge Zeche geprellt und im TV verzockt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt In Nobel-Herberge Zeche geprellt und im TV verzockt
14:36 02.11.2010
Celle Stadt

CELLE (pra). Seine 16-jährige Freundin sei erst kurz zuvor in der Klinik gewesen, da sie beinahe das Kind verloren hätte, so der Angeklagte vor Gericht. Deshalb brauchte man für die eine Nacht „ein Dach über dem Kopf“ und habe hierzu das Celler Drei-Sterne-Hotel aufgesucht. Da die Hotelzimmer alle belegt gewesen seien, vermietete der Besitzer eine der leerstehenden Wohnungen seiner Seniorenresidenz an die werdenden Eltern.

Jedoch sollen der obdach- und mittellose Hauptschulabsolvent und seine schwangere Freundin laut Anklageschrift ohne einen Cent in der Tasche in die Wohnanlage eingecheckt und diese ohne Bezahlung wieder verlassen haben. Nach eigenen Aussagen habe der Beschuldigte vom Zimmer aus telefonisch einen Freund gebeten, ihm die 490 Euro für die Luxus-Übernachtung zu leihen. Da dieser jedoch ablehnte, sei dem gelernten Landwirt spontan die Idee gekommen, sich über Fernseh-Gewinnspiele das Geld zu beschaffen. Für stattliche 750 Euro soll das Pärchen zahlreiche Anrufe im Minutentakt getätigt haben, ohne jedoch den erwünschten Erfolg eines Geldgewinnes zu erzielen. Deshalb sei man noch in den frühen Morgenstunden wieder abgereist ohne die Rechnungen zu begleichen. Gegen das Paar wurde Strafanzeige wegen Einmietbetruges gestellt. Zur Verhandlung erschienen ist jedoch nur der frisch gebackene Familienvater, der sich geständig zu den Vorwürfen einließ. Das Gericht verhängte zwanzig Arbeitsstunden und sechs Monate Einzelbetreuung im Projekt Ambulante Betreuung gegen den Angeklagten.

In zwei weiteren Punkten war er wegen Verstoßes gegen das Haftpflichtversicherungsgesetz belangt worden. Demnach soll er zunächst mit seinem nicht versicherten Mofa zwecks Beschleunigungsüberprüfung eine Straße rauf- und runtergefahren und dabei von der Polizei erwischt worden sein. Das selbe Mofa soll er fernerhin einem Freund zur Nutzung überlassen haben. Von der weiteren Verfolgung der Strafsache wurde aber aufgrund der nicht definierten schädlichen Neigung des Angeklagten abgesehen.

Von Anke Prause