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Celle Stadt Inklusion: "Stadt ist gut vorbereitet"
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Inklusion: "Stadt ist gut vorbereitet"
18:37 21.12.2011
Von Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Entgegen den ersten Ankündigungen wird Niedersachsen erst 2013 die Inklusive Schule flächendeckend einführen, 2012 können die sich die Schulen freiwillig umstellen. Kassel hält diesen Ansatz für sinnvoll. So bleibe genug Zeit für die Schulen, sich darauf vorzubereiten, werde nichts mit der heißen Nadel gestrickt. Diese Befürchtung hatte ursprünglich die Stadt veranlasst, rechtzeitig die Arbeitsgruppe einzusetzen. Zusammen mit der Landesschulbehörde wird die Stadt die Inklusive Schule nun in Angriff nehmen. Die Arbeitsgruppe wird sich Anfang des Jahres trefffen.

Der Optimismus von Kassel rührt auch daher, dass es in Celle bereits „viele Standorte mit Vorkenntnissen und Erfahrungen gibt“, so der Stadtrat. Damit bezieht sich Kassel auch auf ein besonderes Inklusionsprojekt, das in der Residenzstadt läuft. Unter dem Titel „Verbesserung der Bildungschancen durch inklusive Pädagogik in der Stadt Celle“ arbeiten derzeit die Grundschulen in Vorwerk, Hehlentor, der Neustadt und die Waldwegschule zusammen mit den Förderschulen Astrid-Lindgren-Schule und der Pestalozzischule daran, ihre Erfahrungen auszutauschen und Netzwerke zu bilden, um so optimale Voraussetzungen für Inklusion schaffen zu können.

Träger des Projekts ist der VSE. Mit-Koordinator Jan Voß: „Wir wollen alle Beteiligten mit einbeziehen, um die Hemmschwellen möglichst niedrig zu halten.“ So würden etwa auch Eltern in dem von der NBank geförderten Projekt bei Lehrerfortbildungen teilnehmen können. Dies sei wichtig, um Ängste abzubauen, so Voß.

An der Hehlentorschule weiß man auch um Ängste in der Lehrerschaft vor der neuen Unterrichtssituation. „Gegen den Willen der Lehrkraft funktioniert das nicht“, meinte Schulleiter Detlev Soetbeer. Gleichwohl sei die Fortbildungsbereitschaft unter seinen Kollegen sehr hoch. Andererseits sei das Thema nicht überall hinreichend bekannt. „Bei Vorstellungsgesprächen wissen 90 Prozent der Kandidaten mit dem Begriff nichts anzufangen“, berichtet Soetbeer, dem eines wichtig ist: „Inklusion kann man nicht verordnen. Wir brauchen die Unterstützung vor Ort.