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Celle Stadt Integration vom ersten Tag an: Celler Politik unterstützt Konzept
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Integration vom ersten Tag an: Celler Politik unterstützt Konzept
20:11 19.02.2015
Von Gunther Meinrenken
Im CJD Jugenddorf wird die Zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge und Obdachlose ab dem 2. März ihre Arbeit aufnehmen. Quelle: Alex Sorokin
Celle Stadt

Eine ganze Reihe von Fragen hatte Juliane Schrader (Grüne) zur Sitzung des Ausschusses für Schulangelegenheiten, Soziales und Integration am Dienstagabend, 17. Februar, zum Tagesordnungspunkt Zentrale Anlaufstelle mitgebracht. Ob es Frauen für die Betreuung der weiblichen Flüchtlingen gebe und wie es beispielsweise mit der psychologischen Versorgung von Kindern aussehe, die durch Kriegs- und Fluchterlebnisse traumatisiert sind, wollte Schrader von der Stadt wissen. Am Ende war sie mit den Antworten, die Stadtrat Stephan Kassel gab, zufrieden. Wie überhaupt die Celler Politik an dem Konzept, mit dem man den steigenden Flüchtlingszahlen begegnen will, nichts zu bemängeln hatte.

"Selbstverständlich gibt es beim Allgemeinen Sozialen Dienst Frauen, die bei Bedarf eingesetzt werden können", so Kassel. Und bei traumatisierten Kindern sei die Stadt verpflichtet zu handeln und werde dies selbstverständlich auch tun, ergänzte der zuständige Stadtrat. Dazu gehöre neben der professionellen Hilfe auch, dass die Ehrenamtlichen, die sich der Flüchtlinge annehmen, darin geschult werden, eine Traumatisierung zu erkennen und damit umzugehen.

Das Konzept umfasse die Unterbringung als auch die sozialpädagogische Betreuung der zugewiesenen Asylbewerber. Wichtig sei dabei, so betonte Matthias Peters, Fachdienstleiter Soziale Hilfen, dass dieses Konzept stets nur ein Entwurf sei, weil man es laufend anhand der gemachten Erfahrungen verbessern und modifizieren wolle.

321 Flüchtlinge muss die Stadt Celle bis Ende September dieses Jahres aufnehmen. Eine Herkulesaufgabe, die man im Neuen Rathaus indes akribisch vorbereitet hat. Übernächste Woche wird die eigens für diese Aufgabe geschaffene Zentrale Anlaufstelle auf dem Gelände des CJD in Westercelle mit ihrer Arbeit starten. Sie ist das Kernstück des Konzepts zur Unterbringung, Betreuung und Integration von Asylbewerbern und Menschen ohne Unterkunft.

In der Zentralen Anlaufstelle solle "Integration vom ersten Tag an" erfolgen. Damit soll nicht nur der soziale Frieden in der Residenzstadt erhalten bleiben, sondern die Flüchtlinge sollen im Rahmen einer "Willkommenskultur" menschenwürdig in Deutschland aufgenommen werden und alle Hilfen erhalten, die ihnen eine schnelle Integration ermöglichen.

Sie verbleiben etwa drei bis vier Wochen am Maschweg, erhalten in dieser Zeit eine Einweisung in die Grundzüge der deutschen Sprache und einen Einblick darüber, wie das Leben in Deutschland funktioniert, von der Kita über das Schulsystem bis hin zu den Hilfesystemen. Begleitet werden sollen sie dabei möglichst von Ehrenamtlichen, von denen sich schon eine ganze Reihe bei der Stadt gemeldet und ihre Hilfe angeboten haben.